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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Drei Generationen Jugend oder:Die Permanenz der Unlust. Hans-Georg Behr: Fast ein Nomade ,Robert Menasse: Don Juan de la Mancha und Silke Hassler: Total glücklich. Günther A. Höfler (Graz)

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211 Drei Generationen Jugend oder: Die Permanenz der Unlust. Hans-Georg Behr: Fast ein omade, Robert Menasse: Don Juan de la Mancha und Silke Hassler: Total glücklich Günther A. Höfler (Graz) Helmut Schelskys Gleichsetzung von „Generation“ und „Jugend“1 leuchtet so- wohl theoretisch2 wie auch unmittelbar ein, weil gewöhnlich nur diese als Pro- ponentin von mentalem Wandel vorstellbar ist. Und das ungeachtet dessen, ob man das Phänomen Generation nun essentialistisch begreift oder ihm eine eher diskursive Evidenz beimisst. Eine Unterscheidung, die, am Rande bemerkt, laut Bohnenkamp u.a. in einem narrativen Generationenbegriff ohnehin aufgehoben ist, weil ein solcher auch auf die empirisch rekonstruierbaren Alltagspraktiken und massenmedialen Kommunikationen bezogen ist.3 Dieser unhintergehbare Bezug liegt auch schon von vornherein dem „generationellen Gefühl“ zugrunde, das „keinesfalls in der subjektiven Erfahrung schon gegeben ist“4, sondern sich erst im Erzählkontext einer Kohorte bildet. Die biographische Erzählung des einzelnen wird durch generationenkonstituierende Ereignisse – Sigrid Weigel zufolge – „zur Mikroerzählung der Geschichte, während umgekehrt der Verlauf seiner individuellen Lebensgeschichte […] im Takt von generationentypischen Lebensabschnitten erzählbar ist.“5 So ist es, um auf das Thema Jugend zurück- 1 Vgl. Aleida Assmann: Geschichte im Gedächtnis. Von der individuellen Erfahrung zur öffentlichen Inszenierung. München: Beck 2007, S. 40 u. 198. 2 Vgl. Ohad Parnes/Ulrike Vedder/Stefan Willer: Das Konzept der Generation. Eine Wissenschafts- und Kulturgeschichte. Frankfurt/M.: Suhrkamp 2008, S. 276. 3 Vgl.: Björn Bohnenkamp/Till Manning/Eva-Maria Silies: Argument, Mythos, Auftrag und Konstrukt. Generationelle Erzählungen in interdisziplinärer Perspektive....

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