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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Die gescheiterten Epigonen der 68er Revolution im Roman Don Juan de la Mancha von Robert Menasse. Grażyna Kwiecińska (Warszawa)

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221 Die gescheiterten Epigonen der 68er Revolution im Roman Don Juan de la Mancha von Robert Menasse Grażyna Kwiecińska (Warszawa) Im Titel seines 2007 erschienen Romans unter dem Titel Don Juan de la Man- cha verbindet Robert Menasse zwei unvergängliche Mythen der europäischen Literatur: Don Juan und Don Quijote − beide spanischer Provenienz. Der große Verführer der Frauen wird mit dem edlen, seiner Zeit bereits entfremdeten Rit- ter, der aus Ermangelung an seinesgleichen mit den Windmühlen kämpft, zu ei- ner Person zusammengeschustert. Allerdings haben Don Juan, für den jede Frau zum Objekt der Lust und Don Quijote, für den jedes, auch das moralisch suspek- teste Weibsbild zum Objekt der Anbetung werden kann, etwas gemeinsam. Die Geschichten beider markieren einen Zeitenwechsel, der Zugleich auch ein Gene- rationswechsel ist. Der zu spät gekommene Ritter von la Mancha irrt in einer Welt herum, in der Ritter überflüssig und ihre Tugenden zu abstrakten, wenn nicht absurden Schlagworten geworden sind, Don Juan dagegen, natürlich wenn wir Moliers Fassung nehmen, handelt wider eine Welt, deren moralische Ord- nung von der Vätergeneration geschaffen und gehütet wird.1 Hinzu kommt noch der Untertitel oder Die Erziehung der Lust, in dem einige Rezensenten eine wei- tere literarische Anspielung, nämlich die auf Gustav Flauberts Die Erziehung der Gefühle (L’édukation sentimental), erkennen wollen.2 Übrigens ist dieser Hinweis im Roman selbst zu finden.3 So geht es dann zunächst tatsächlich um die sexuelle Entwicklungsgeschichte des...

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