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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Polyvalentes Ich in einer hybriden Welt? Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur der letzten Jahrhundertwende −Paulus Hochgatterer, Kathrin Röggla, Arno Geiger. Joanna Ławnikowska-Koper (Częstochowa)

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269 Polyvalentes Ich in einer hybriden Welt? Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur der letzten Jahrhundertwende − Paulus Hochgatterer, Kathrin Röggla, Arno Geiger Joanna Ławnikowska-Koper (Częstochowa) Generation versus Familie − begriffliche Annäherung an das Thema Die Komplexität der mit dem Begriff der Generation angesprochenen Sachver- halte kommt erst dann richtig zum Tragen, wenn bedacht wird, dass der Einzel- ne in der Generationenzugehörigkeit gleichzeitig mehrere Erfahrungen macht. Die damit verbundenen Fragestellungen sind auch Forschungsgegenstand des Konstanzer Soziologen Kurt Lüscher. Nach ihm lassen sich in sozialräumlicher wie in sozialzeitlicher Hinsicht vier Grundtypen von Generationen unterschei- den: Mikrosoziologisch sind dies die Kernfamilie und die Verwandtschaft, mak- rosoziologisch die Gesellschaftgeneration und die Geschichtsgeneration.1 Das Wissen um die Abhängigkeit der eigenen Lebensgeschichte von der gesell- schaftlichen Umwelt liegt dem Selbstverständnis des modernen Menschen zugrunde, da diese Gruppen miteinander verknüpft sind. Für die Entwicklung der Generationenzugehörigkeit ist der Sozialisationsprozess als fundamentale gesellschaftliche Tatsache auch für Schriftsteller ein prägender Faktor. Ihre Ge- nerationserfahrung schlägt sich auf die von ihnen konstruierten und erzählten Welten nieder, was die Behauptung rechtfertigt, die Literatur diskursiviere die Wirklichkeit. Von Sozialisationskonzepten, die mindestens seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts Gegenstand der internationalen Forschung sind, etablierte sich das Modell der familiären Sozialistation, was möglicherweise der Grund dafür war, dass man Anfang des 21. Jahrhunderts die Rückkehr der omnipräsen- 1 Kurt Lüscher: Generationenbeziehungen – Neue Zugänge zu einem alten Thema. In: Generationenbeziehungen in ‚postmodernen’ Gesellschaften....

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