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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Kein gewaltiger Schmerz mehr: die geborenen Enkel. Großeltern und Enkelkinder in der österreichischen Literatur um die Jahrtausendwende. Joanna Jabłkowska (Łódź)

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293 Kein gewaltiger Schmerz mehr: die geborenen Enkel. Großeltern und Enkelkinder in der österreichischen Literatur um die Jahrtausendwende Joanna Jabłkowska (Łódź) Ein wichtiges Genre der deutschsprachigen, vor allem der deutschen ‚Bewälti- gungsliteratur’ in den 70er, 80er Jahren und auch noch im letzten Jahrzehnt sind bekanntlich die so genannten Väterbücher.1 Während die erste Welle der Väter- literatur sehr scharf, bisweilen ungeheuer aggressiv mit der Elterngeneration ab- rechnete, die in der NS-Zeit an den Verbrechen beteiligt war – das klassische Beispiel ist in diesem Kontext Die Reise von Bernward Vesper, der aggressivste Ausbruch des Hasses gegen den Vater fand in Niklas Franks Abrechnungsbuch seinen literarischen Ausdruck2 – gehen Erinnerungen, Autobiographien und Romane der letzten Zeit viel besonnener mit der Vergangenheit der Väter um. Die gesteigerte Emotionalität eines Frank oder Vesper ist ihnen fremd, auch ein hasserfüllter Bruch mit der Vergangenheit – wie ihn etwa Elisabeth Plessen in Mitteilung an den Adel vollzieht – scheint nicht mehr angemessen zu sein. Ihre Kindheit zeigen die Autoren als eine verhältnismäßig ‚normale’ Entwicklung. 1 Zu den Väterbüchern siehe: Claudia Mauelshagen: Der Schatten des Vaters. Deutsch- sprachige Väterliteratur der siebziger und achtziger Jahre. Frankfurt/M.: Lang 1995; Jochen Vogt: Er fehlt, er fehlte, er hat gefehlt… Ein Rückblick auf die sogenannten Väterbücher. In: Deutsche Nachkriegsliteratur und der Holocaust. Hg. v. Stephan Braese, Holger Gehle, Doron Kiesel u. Hanno Loewy. Frankfurt/M., New York: Cam- pus 1998, S. 385-399; Dagmar Spooren: Unbequeme Töchter, entthronte Patriarchen....

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