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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Großmama packt aus – Enkelkind schreibt auf. Großeltern, Krieg und Migration in deutschsprachigen Romanen (2000–2010). Alexandra Millner (Wien)

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309 Großmama packt aus – Enkelkind schreibt auf. Großeltern, Krieg und Migration in deutschsprachigen Romanen (2000–2010) Alexandra Millner (Wien) „wieviele Geschichten mein Opa gegeben hat“1 1. Ein alter Topos neu besehen Die Erzählkunst der Großeltern ist ein literarischer Topos, der die räumliche Nähe und einen regelmäßigen Kontakt zwischen Großeltern und Enkelkindern voraussetzt. Diese intergenerationelle Nähe (sowie deren kulturelle Transferleis- tung) wurde von der Familienforschung in den letzten Jahrzehnten in der gesell- schaftlichen Wirklichkeit allerdings in Abrede gestellt.2 Dass sie zumindest in literarischen Konstrukten neueren Datums noch eine Rolle spielt, soll im vorlie- genden Beitrag dargelegt werden, zumal es in den untersuchten Texten zu einem interessanten Aufeinandertreffen mehrerer Phänomene kommt: 1. Es sind allesamt Familienromane, Migrations- und Generationengeschich- ten aus dem letzten Jahrzehnt, die tief greifende gesellschaftspolitische Umwäl- zungen des 20. Jahrhunderts zum Thema haben: Im Krebsgang von Günter Grass (2002)3 ist es der Zweite Weltkrieg, Engelszungen von Dimitré Dinev (2003) und Spaltkopf von Julya Rabinowich (2008)4 behandeln die Auflösung 1 Saša Stanišić: Wie der Soldat das Grammofon repariert. Roman. München: Luchter- hand 2006, S. 312. 2 Vgl. Rudolf Richter: Kulturelle Transfers zwischen den Generationen. In: Beziehun- gen zwischen den Generationen. Ergebnisse einer wissenschaftlichen Tagung der ÖGIF im November 1995 in Linz. Hg. v. Christoph Badelt. Wien: Österr. Institut für Familienforschung Schriftenreihe 4 (1997), S. 83-98, hier S. 84. 3 Günter Grass: Im Krebsgang. Eine Novelle. Göttingen: Steidl 2002;...

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