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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Generation als Stigma –Generation als Beschreibungskategorie. Xaver Bayers Romandebüt Heute könnte ein glücklicher Tag sein. Robert Leucht (Zürich)

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325 Generation als Stigma – Generation als Beschreibungskategorie. Xaver Bayers Romandebüt Heute könnte ein glücklicher Tag sein Robert Leucht (Zürich) I. Wo im literarischen Feuilleton von Xaver Bayer die Rede ist, dort fällt zumeist auch das Wort Generation: Sowohl in den Rezensionen österreichischer Zeitun- gen als auch in Literaturkritiken aus Deutschland und der Schweiz wird der 1977 in Wien geborene Schriftsteller, dessen Werk bis zum heutigen Tag drei Romane, ein Theaterstück, zwei Prosabände, sowie zahlreiche Einzelpublikatio- nen umfasst, als ‚Autor einer Generation’ gehandelt.1 Wo diese Zuschreibung von den Rezensenten auch mit Argumenten untermauert wird, werden besonders zwei Begründungen ins Treffen geführt, die sich von einander zwar unterschei- den, denen aber zugleich ein gemeinsamer Generationenbegriff zugrunde liegt. Für die erste Begründung sind die folgenden Passagen illustrativ: Die Frankfurter Rundschau bemerkt in ihrer Rezension zu Bayers 2001 erschiene- nem Debüt Heute könnte ein glücklicher Tag sein, dass der Autor das „Lebens- gefühl“ einer „Generation“ ausspreche; Der Standard bezeichnet denselben Roman als das „Porträ[t] einer No-Future-Generation“; und in den Salzburger "achrichten heißt es, dass Bayer mit diesem Text „die Nachtseite der Generati- 1 Romane – Xaver Bayer: Heute könnte ein glücklicher Tag sein. Frankfurt/M.: Suhr- kamp 2003 (In der Folge im Text unter der Sigle HT und mit einfacher Seitenzahl zi- tiert); Xaver Bayer: Die Alaskastrasse. Frankfurt/M.: Suhrkamp 2005; Xaver Bayer: Weiter. Salzburg, Wien: Jung und Jung 2006; Theaterstück – Xaver Bayer: Als ich heute aufwachte,...

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