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Theodor Echtermeyer (1805-1844)

Biographie und Quellenteil mit unveröffentlichten Texten

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Martin Hundt

Diese Biografie ist der erste Versuch, Leben und Wirken des fast vergessenen führenden Junghegelianers Theodor Echtermeyer zu rekonstruieren. Obgleich infolge seines frühen Todes viele entscheidende Quellen nicht überliefert sind, gelingt es dem Autor, ein schlüssiges Bild von Echtermeyers Persönlichkeit zu entwerfen, seine Rolle als Initiator und Mitherausgeber der «Hallischen Jahrbücher» zu zeigen und seine bedeutende konzeptionelle Leistung anzudeuten. Ein Anhang von Texten, darunter drei Erstveröffentlichungen, unterstützt dieses Anliegen.

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Theodor Echtermeyer (1805–1844). Versuch einer Annäherung

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Theodor Echtermeyer (1805–1844) Versuch einer Annäherung * Es liegt ein Trost darin, beim mühsamen Suchen nach den Quellen für die Bio- grafie eines weithin Unbekannten und Vergessenen allmählich zu finden, daß er tatsächlich niemals völlig vergessen war: In seiner Heimatstadt Bad Lieben- werda erinnerte man gelegentlich an ihn,1 trägt seit 1946 eine Straße seinen Namen2, und das Haus, in dem er als Kind gelebt haben soll, seit 2005 eine Ge- denktafel. Ab 1991 führte die 1953 erbaute Polytechnische Oberschule „Fried- rich Engels“ den Namen „Echtermeyer-Gymnasium“. Es entbehrt nicht histori- scher Allegorik, wenn in den wildbewegten „Wendejahren“ ein Linkshegelianer den anderen in der Namensgebung eines Gymnasiums verdrängte, dieses jedoch schon sechs Jahre darauf mangels „Schülerkapazität“ aufgelöst werden mußte. Vor allem aber ist Echtermeyer unvergessen als Herausgeber der erfolgreich- sten Sammlung deutscher Gedichte - „des Echtermeyer“.3 Doch all dieser Trost hilft nicht weit. Denn wenn auch (sehr selten) hier und da noch in der Literatur erwähnt, ist seine wahre Bedeutung bisher keineswegs erkannt. Echtermeyer war nicht nur der Herausgeber einer langlebigen Antholo- gie, sondern ein bei Hegel persönlich gebildeter und in ersten Schritten über ihn hinausgehender Philosoph, ein moderner Publizist, ein im tiefsten Sinne revolu- tionärer Literaturhistoriker und Gesellschaftstheoretiker, nicht irgendein Links- hegelianer, sondern faktisch der Vater dieser (ihm jedoch dann entwachsenen) Bewegung, also so etwas wie ein Parteigründer. Bereits Theodor Schieder hat konstatiert, daß von der hegelschen Linken der erste Ansto...

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