Show Less

Der «Acquis communautaire» als Leitmotiv nationaler Wettbewerbsrechtsstrukturen

Verbot des Missbrauchs marktbeherrschender Stellungen in Kroatien- Rechtsvergleichende Analyse der gemeinschaftlichen und der kroatischen Rechtslage

Series:

Valentina Knezevic

Die fehlende Tradition Kroatiens gegenüber dem Funktionsmechanismus einer freien Marktwirtschaft wirft Fragen auf nach der Qualität rechtlicher Schutzmechanismen, die den Erhalt des freien Wettbewerbs sichern. Welche Rolle spielt die im Zuge der beitrittsbedingten Rechtsangleichungspflicht erst in der jüngeren Vergangenheit geschaffene kroatische Entsprechung zum Art. 102 AEUV (ex-Art. 82 EGV)? Insbesondere ob in Anlehnung an den Acquis communautaire die Grundlage für eine wirksame Durchsetzung des Verbots der missbräuchlichen Ausnutzung marktbeherrschender Stellungen gegenüber den in Kroatien im Übermaß vorhandenen Marktbeherrschern von öffentlich- und privatwirtschaftlichen Sektoren gelegt worden ist, verlangt nach einer systematischen Darstellung und ist Forschungsgegenstand der Arbeit.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kroatische wettbewerbsrechtliche Umfeld

Extract

Abhängigkeitsverhältnis zum gemeinschaftlichen Wettbewerbsrecht Zur Vorgeschichte des Stabilisierungs- und Assoziierungs- prozesses (SAP) Nach dem international begleiteten Ende der kriegerischen Auseinandersetzun- gen, die in den 90er Jahren auf dem Gebiet der ehemaligen Sozialistischen Fö- derativen Republik Jugoslawien (SFRJ) stattfanden, und insbesondere nach dem Abschluss des Friedensabkommens von Dayton/Paris im Dezember 199539 und seiner Konsolidierung in Rom im Februar 1996, entwickelte die EU eine kohä- rent konzipierte Politik gegenüber den nach dem Zerfall des SFRJ entstandenen Staaten. Den Grundstein des sogenannten Gesamtkonzeptes für die Zukunft der Region legte die im Februar 1996 erlassene Schlussfolgerung des Rates zum ehemaligen Jugoslawien40. Der damit aufgestellte Rahmen des Beziehungsauf- baus zur Region umfasste diejenigen Länder Südosteuropas, „für welche die EU [zum Zeitpunkt der hier in Frage stehenden Rahmenentwicklung] keine Mandate für die Aushandlung von Assoziierungsabkommen festgelegt hat[te]“41.42 Der von der EU entwickelte regionale Ansatz zum kohärent zu vollziehen- den Beziehungsaufbau zu den betreffenden Ländern war zunächst eng in die damals gerade erst eingeleiteten Friedens- und Stabilisierungsbemühungen43 eingebunden. Die sofort nach Einleitung des Friedensprozesses zu erfolgende 39 Text des Friedensabkommens von Dayton einsehbar unter: http:// www.yale.edu/ lawweb/avalon/intdip/bosnia/ day01.htm. 40 Schlussfolgerungen des Rates zum ehemaligen Jugoslawien, Annahme durch den Rat "Allgemeine Angelegenheiten" am 26. Februar 1996. Diese erfuhr durch die Schluss- folgerung des Rates zur Anwendung der Konditionalität bei der Entwicklung der Be- ziehungen zwischen der Europäischen Union und bestimmten Ländern Südosteuropas im April 1996 eine politische...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.