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Nicht-triviale Zusammenführung von Evolutionslehre und christlichem Glauben im Lichte der Philosophie

Wolfgang Senz

Evolutionslehre und christlicher Glaube werden gegenwärtig vor allem als einander konträre Positionen wahrgenommen. Dieses Denken wird von zahlreichen philosophischen Positionen unterstützt. In dem Buch wird zu zeigen versucht, dass lediglich eine solche Evolutionslehre der christlichen Lehre äußerlich ist, die ein reduktionistisches Verständnis von Person bzw. Lebewesen allgemein zum Fundament hat. Worin dieser Reduktionismus besteht, wird in dem Buch ebenso gezeigt, wie darzulegen versucht wird, inwieweit von Seiten der gegenwärtigen Ausgestaltung des christlichen Glaubens die Kontaktnahme mit der Evolutionslehre erschwert wird, da zwischen einer reduktionistischen Ausprägung dieser Lehre und ihrer adäquaten Darlegung nicht hinreichend differenziert wird.

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6 Naivität im Namen des Glaubens und der Evolutionsbiologie

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Der Titel des Buches führt den Begriff der Nicht-Trivialität in sich, und es ist an- gebracht, diesen Begriff bzw. jenen der Naivität zu konkretisieren, nicht zuletzt aufgrund des Umstandes, dass triviale Vorstellungen zur Evolution von Seiten des Glaubens zumindest in der Gegenwart häufig herangezogen werden, um den Glauben per se zu diskreditieren, einerseits unterstellend, dass der Glaube not- wendig trivial auf die Evolution blicken muss und andererseits „übersehend“, dass die hierfür aufgewendete evolutionsbiologische Argumentation ihrerseits nicht ohne triviale Vorstellungen auskommt. Triviale Vorstellungen zur Evolution von Seiten des Glaubens sind insbeson- dere mit dem Begriff „Intelligent Design“ verknüpft. Der vorliegende Text hat nicht zum Ziel, eine umfassende Kritik dieser Position zu liefern, sondern die Alternative hierzu – eine nicht-triviale Verknüpfung von Evolution, Glaube und Philosophie – in ihren Grundzügen zu erarbeiten. Die Kritik an der Intelligent Design-Position soll daher knapp gehalten werden. Die Möglichkeit hierzu bietet ein Heft der Zeitschrift Journal of Natural History (April 2002), das Essays führender Vertreter des Intelligent Design (Michael Behe, William Dembski und Jonathan Wells) vereint, wobei jedem Essay eine Kritik von evolutionsbiologi- scher Seite (Kenneth Miller, Robert Pennock und Eugenie Scott) zugeordnet ist. Anhand dieser Essays soll skizziert werden, inwiefern die kreationistische Posi- tion und die evolutionsbiologische Position (insofern sie zu keiner vollständigen Transzendierung der Werdewelt in der Lage ist!) trivial bleiben. Den Beginn der Essaysammlung bildet Michael Behes The Challenge of Ir- reducible Complexity: Every living cell contains many ultrasophisticated mole- cular machines, woraus zitiert...

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