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Bilinguales Lernen

Unterrichtskonzepte zur Förderung sachfachbezogener und interkultureller Kompetenz

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Edited By Friedrich Lenz

Seit den neunziger Jahren erfreuen sich bilinguale Lehr- und Lernprogramme immer größerer Beliebtheit. Vor allem englischsprachige Schulprofile wecken das Interesse von Eltern, Schülern und Bildungspolitikern. Die fachdidaktischen Implikationen dieser Entwicklungen standen im Fokus des 5. Niedersächsischen Kolloquiums der Fremdsprachendidaktik, das im November 2010 an der Universität Hildesheim stattfand. Inspiriert von dieser Diskussion stellt der Band aktuelle Konzepte bilingualen Unterrichtens aus verschiedenen Perspektiven vor. Die Bedeutung und Entwicklung des bilingualen Sachfachunterrichts wird sowohl aus der Sicht der Spracherwerbsforschung als auch aus dem Blick der Sachfächer untersucht. Es wird danach gefragt, wie neben sprachlichen auch sachfachbezogene und interkulturelle Kompetenzen entfaltet werden können. Auf der Grundlage von CLIL- sowie Immersionsprojekten veranschaulicht der Band die Konzepte bilingualen Lernens im Hinblick auf verschiedene Adressatengruppen. Die Aufsätze greifen aktuelle fachdidaktische Forschungsfragen zur Bilingualität beim Frühen Fremdsprachenlernen in Kindertagesstätten und in Grundschulen ebenso auf wie zum bilingualen Unterricht in den Sekundarstufen.

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Bilingualer Unterricht + Mathematik = … Eine Rechnung, die aufgeht?

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Bilingualer Unterricht + Mathematik = … Eine Rechnung, die aufgeht? Bilingualer Mathematikunterricht unter der sprachlichen Lupe Kathrin Lipski-Buchholz 1 Einleitung Bilingualer Mathematikunterricht ist in Deutschland bislang kaum verbreitet. Zwar bieten deutsche Schulen das Konzept, bei dem einzelne nichtsprachliche Fächer in einer Schulfremdsprache unterrichtet werden, bereits seit mehr als 40 Jahren an, jedoch wurden hierfür aufgrund seines Entstehungskontextes zu- nächst überwiegend Fächer aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Bereich berücksichtigt. Bilingualer Sachfachunterricht bildete sich infolge des Élysée- Vertrages von 1963 und der darin beschlossenen u.a. auf den Bildungsbereich bezogenen Kooperation zwischen Frankreich und Deutschland mit der Zielset- zung heraus, den Erwerb der jeweiligen Partnersprache und die interkulturelle Verständigung zwischen den beiden Ländern zu fördern. Dieser Vorstellung gemäß wählten Lehrerinnen und Lehrer in den ersten Jahren überwiegend die Fächer Geschichte, Politik und Erdkunde für den bilingualen Unterricht, da bei dieser Fächergruppe eine kulturspezifische Ausprägung sowie eine fachimma- nente Anregung zum kreativen Sprachgebrauch angenommen und somit ein be- sonderes Potenzial für den Erwerb von interkultureller und fremdsprachlicher Kompetenz vermutet wurden. Die Mathematik und die naturwissenschaftlichen Fächer fanden erst gegen Ende der 1990er Jahre Einzug in den bilingualen Fächerkanon,1 bleiben aber bis heute gegenüber den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern zahlenmäßig un- terrepräsentiert.2 In der vorwiegend von den Fremdsprachendidaktiken gepräg- ten Diskussion um den bilingualen Unterricht wurde bei den mathematisch- naturwissenschaftlichen Fächern lange Zeit die Eignung für das bilinguale Leh- ren und Lernen bezweifelt (vgl. z.B. M...

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