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Bilinguales Lernen

Unterrichtskonzepte zur Förderung sachfachbezogener und interkultureller Kompetenz

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Edited By Friedrich Lenz

Seit den neunziger Jahren erfreuen sich bilinguale Lehr- und Lernprogramme immer größerer Beliebtheit. Vor allem englischsprachige Schulprofile wecken das Interesse von Eltern, Schülern und Bildungspolitikern. Die fachdidaktischen Implikationen dieser Entwicklungen standen im Fokus des 5. Niedersächsischen Kolloquiums der Fremdsprachendidaktik, das im November 2010 an der Universität Hildesheim stattfand. Inspiriert von dieser Diskussion stellt der Band aktuelle Konzepte bilingualen Unterrichtens aus verschiedenen Perspektiven vor. Die Bedeutung und Entwicklung des bilingualen Sachfachunterrichts wird sowohl aus der Sicht der Spracherwerbsforschung als auch aus dem Blick der Sachfächer untersucht. Es wird danach gefragt, wie neben sprachlichen auch sachfachbezogene und interkulturelle Kompetenzen entfaltet werden können. Auf der Grundlage von CLIL- sowie Immersionsprojekten veranschaulicht der Band die Konzepte bilingualen Lernens im Hinblick auf verschiedene Adressatengruppen. Die Aufsätze greifen aktuelle fachdidaktische Forschungsfragen zur Bilingualität beim Frühen Fremdsprachenlernen in Kindertagesstätten und in Grundschulen ebenso auf wie zum bilingualen Unterricht in den Sekundarstufen.

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Wortschatzarbeit im bilingualen Unterricht

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Saskia Kersten 1 Einleitung Als ein Argument für den bilingualen Sachfachunterricht, oft auch Content and Language Integrated Learning (CLIL) oder Immersion genannt1, wird oft ins Feld geführt, dass hier die Sprache nicht den Unterrichtsgegenstand darstellt, sondern (nur) das Vehikel, mit dem Inhalte, in diesem Fall die Lerngegenstände des Sachfaches, transportiert werden (Otten & Wildhage 2003: 18). So schreibt z.B. Daniel (2001: 5), dass „anders als im konventionellen Fremdsprachenunter- richt (FU) … Sprachenlernen im [bilingualen Unterricht] quasi als Nebenpro- dukt des fachlichen Lernens“ erfolgt. Nun kann man aber argumentieren, dass sich im ‚normalen‘, also nicht-bilingualen Unterricht, die Fremdsprache an sich ebenfalls nicht den einzigen Lerngegenstand darstellt. Ich möchte in diesem Artikel aufzeigen, dass sich gute, nachhaltige Wort- schatzarbeit, d.h. effektives Lernen von fremdsprachlichem Wortschatz, im bi- lingualen Unterricht nicht grundlegend von der Wortschatzarbeit in gutem kommunikativen Fremdsprachenunterricht unterscheidet, sondern viele Paralle- len aufweist. Die Vorteile von bilingualem Unterricht gegenüber dem herkömm- lichen Fremdsprachenunterricht, wie er an deutschen Schulen stattfindet, liegen daher nicht unbedingt in der Unterschiedlichkeit der Wortschatzarbeit begrün- det. Vielmehr fußt er auf dem höheren Input, inhaltlicher Fokussierung und der größeren Kontextualisierung in der Fremdsprache, was sich durchaus positiv auf den Fremdspracherwerb auswirkt, wie viele Studien zeigen konnten (siehe z.B. Abendroth-Timmer 2007, Wolff 2009). Auch motivationale Faktoren können sich positiv auf das Lernen in immersiven Kontexten auswirken, hierüber liegen ebenfalls vielfältige Forschungsergebnisse vor (siehe z.B. Fehling 2008: 173). 2 Wortschatzarbeit 2.1 Wortschatz versus Vokabeln In diesem Aufsatz wird generell...

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