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Gender und nationale Identität im Westsahara-Konflikt

Implikationen für saharauische Frauen und weiblichen Aktivismus

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Maria Mayrhofer

Die Arbeit wurde 2011 mit dem Nachwuchspreis der Österreichischen Gesellschaft für Politikwissenschaft (ÖGPW) ausgezeichnet.
Seit mittlerweile mehr als 35 Jahren kämpft die Bevölkerung der Westsahara für ihre Unabhängigkeit und gegen den Gebietsanspruch Marokkos auf das Territorium. Die saharauischen Frauen nehmen dabei eine ganz wesentliche Rolle ein – sowohl im Widerstand als auch bei der Organisation des täglichen Lebens in den Flüchtlingslagern, wo die Mehrheit der Saharauis lebt. Die Analyse des Verhältnisses zwischen Gender, nationaler Identität und Konflikt gibt Aufschluss über die multidimensionale Konstruiertheit saharauischer Weiblichkeit, die nicht selten im Widerspruch zur Lebensrealität der Frauen steht. Dabei werden sowohl Momente der Öffnung des Handlungsspielraums für Frauen als auch Tendenzen zu einer möglichen Remaskulinisierung identifiziert.

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Interview mit Nadjat Hamdi Interviewfrage: Die ersten Fragen beziehen sich auf die saharauische Identität. Wie würden Sie diese beschreiben? Was ist „saharauisch“? Nadjat Hamdi: Saharauisch, das ist der saharauische Dialekt Hassaniya.. Das Gefühl eine Nomadengesellschaft zu sein, die in diesem Gebiet gelebt hat und noch lebt... Das prägt auch die Art des Lebens. Außerdem könnte man auch die ibero-arabische Tradition, also das arabische vermischt mit spanischen Elemen- ten aus der Kolonialzeit, als typisch „saharauisch“ bezeichnen. Das ist für mich auch etwas Besonderes in der Westsahara, ein starkes Merkmal. Die saharaui- sche Art und Weise, wie man lebt, wie man Sachen wahrnimmt... Die Saharauis sind ruhige, gelassene Menschen, die aber auch sehr viel lachen, also sehr viel Humor haben. Sie sind ein hartes Leben gewohnt... Das wären jetzt einmal die Sachen, die abgesehen vom Politischen das „Saharauische“ ausmachen. Interviewfrage: Von der politischen Seite aus betrachtet, worauf stützt sich die saharauische Identität? Nadjat Hamdi: Sicher spielen das Nomadentum und die Sprache auch hier eine große Rolle, aber wenn man das Politische betrachtet, würde ich sagen, Saharau- is sind Menschen, die im ehemaligen Kolonialgebiet der Westsahara leben. Aber es gibt auch ethnische Zugehörigkeit von Menschen, die in Südmarokko oder Nordmauretanien leben und sich auch als Saharauis bezeichnen und damit iden- tifizieren. Die Saharauis sind Menschen, die ein gemeinsames politisches Pro- jekt, eine freie Westsahara, haben und die eine ethnische und geographische Zu- gehörigkeit zu dem Gebiet auch schon...

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