Show Less

Zivilrechtliche Schutzmöglichkeiten gegen Gewalt in der Ehe

Ein rechtshistorischer Überblick von 1900 bis zum Inkrafttreten des FamFG

Series:

Christoph Schimrosczyk

Die Arbeit stellt die geschichtliche Entwicklung der zivilrechtlichen Schutzmöglichkeiten gegen Gewalt in der Ehe, ausgehend vom Bürgerlichen Gesetzbuch von 1900, dar. Basierend auf einer intensiven Auswertung der einschlägigen Rechtsprechung und Literatur wird ein umfassender Überblick über die Instrumentarien des materiellen Zivilrechts gegeben. Die Untersuchung beschränkt sich dabei nicht nur auf den zivilrechtlichen Unterlassungsanspruch analog §§ 823, 1004 BGB und die Zuweisung der Ehewohnung nach § 1361b BGB; vorgestellt werden darüber hinaus der Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld, die Möglichkeiten des Getrenntlebens und der Ehescheidung, die Beschränkung bzw. der Ausschluss von Unterhalt oder Zugewinn sowie die Erbunwürdigkeit und der Pflichtteilsentzug.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Einleitung

Extract

Das Problem der häuslichen Gewalt, der Gewalt im sozialen Nahraum, der Ge- walt in Familie, Ehe und Partnerschaft ist in den letzten Jahren immer mehr in den Mittelpunkt öffentlicher und politischer Diskussionen gerückt1. Zudem gibt es in jüngster Zeit eine Vielzahl an Monographien, Artikeln und anderen rechts- wissenschaftlichen Abhandlungen zu diesem Thema2. Auch der Gesetzgeber hat die gesellschaftliche Herausforderung der Bekämp- fung häuslicher Gewalt angenommen und insbesondere auf dem Gebiet des Zi- vilrechts entsprechend reagiert. Hinzuweisen ist an dieser Stelle zunächst auf das Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung und zur Änderung des Kindesunterhaltsrechts3 sowie auf das Gesetz zur weiteren Verbesserung von Kinderrechten4. Besonders hervorzuheben ist außerdem das am 1. Januar 2002 in Kraft getretene Gesetz zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung5. Ziel dieses Gesetzes ist es, den präventiven zivil- rechtlichen Schutz gegen Gewalt im Allgemeinen und gegen häusliche Gewalt im Besonderen zu verbessern6. Häusliche Gewalt ist jedoch kein historisch neues Phänomen. Die moderne Fürsorge beschäftigte sich bereits im 19. Jahrhundert mit der Gewaltanwendung gegenüber Ehefrauen und dem Missbrauch von Kindern7. Auch die Justiz sah sich 1 So hat beispielsweise das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BM- FSFJ) in den vergangenen fünf Jahren drei Studien zu häuslicher Gewalt veröffentlicht: Le- benssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland (2004); Gewalt gegen Männer (2004); Gewalt gegen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.