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Eine an sich mittelmäßige Frage

Der deutsch-dänische Konflikt 1864

Karl-Otto Hagelstein

Der deutsch-dänische Konflikt des Jahres 1864 spielt in der deutschen Geschichtswissenschaft eine eher untergeordnete Rolle. Vornehmlich wird er nur als Auftaktveranstaltung und militärischer Probelauf zur deutschen Einigung gesehen. Bismarcks im Titel aufgegriffene Einschätzung ist auch hierin wirkmächtig geblieben. Die politischen und rechtlichen Positionen der kleineren deutschen Staaten wurden ebenso häufig ignoriert wie die des Prätendenten Friedrich von Augustenburg. Ein noch geringerer Stellenwert wird der dänischen Seite mit ihrem Konfliktpotential zwischen Nationalliberalen und Gesamtstaatlern eingeräumt. Diese Haltung übersieht die Nachwirkung, die der Konflikt auf die dänische Mentalität im Grunde bis heute hat. Die Darstellung versucht, die diversen politischen Interessenlagen, ihre Einbindung in den Rechtsrahmen der Verfassung des Deutschen Bundes sowie auf internationaler Ebene in die politischen Konstellationen zwischen den europäischen Großmächten zu einer Gesamtperspektive zu verbinden. Damit strebt sie eine Würdigung dieser Auseinandersetzung an, die über die nationalpolitische Begrenzung der preußisch-kleindeutschen Lösung hinausweist.

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4 Der Kriegsverlauf

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4.1 Am Danewerk wollen wir kämpfen Es läßt sich nicht übersehen: Die Entschlossenheit der tonangebenden Kreise in der dänischen Politik, endlich zu einer Entscheidung im Dauerstreit mit den Deutschen zu kommen, kontrastierte eklatant zur militärischen Vorbereitung auf den Krieg, und es half auch nicht viel, daß bei den Preußen ebenfalls eine Diskrepanz zwischen lange vorbereiteter operativer Planung und Personalstand sowie Ausrüstung der Armee be- stand, was u.a. auf die gespannte innenpolitische Lage zurückzuführen war. Auf der Habenseite stand nicht viel: Die Uniformen waren zwar uneinheitlich, doch qualitativ besser als die des Gegners, gerade für den Winter, aber die Einkleidung ließ lange auf sich warten; noch im Januar trugen viele Soldaten ihre eigene Zivilkleidung. Im Ge- gensatz zu den Preußen war die dänische Armee mit Zelten versehen. Die Ausrüstung mit Handfeuerwaffen war durchaus auf der Höhe der Zeit und der österreichischen überlegen, aber die der Preußen war moderner, denn sie besaßen bereits Hinterlader, deren Vorteil in schnellerer Schußfolge bestand, weil sie im Liegen und in der Bewe- gung geladen werden konnten. Ein Hinterlader konnte auf eine Schußfolge von sechs bis acht Schuß pro Minute kommen, je nach Fähigkeit des Schützen, ein Vorderlader dagegen wegen der umständlichen Ladeprozedur auf maximal zwei. Allerdings gab es noch technische Probleme mit der Qualität der Zündnadeln, die einiges wettmachten. Doch begünstigte die neue Waffentechnik auch eine flexiblere infanteristische Kampf- taktik in Schützenschw...

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