Show Less

Stadtraum in Performance

"Site-specific Performance Art</I> und die Kunst des Alltags

Series:

Katia Beuth

Diese Studie verbindet drei aktuelle Diskurse um den städtischen öffentlichen Raum: den soziologischen und stadtarchitektonischen Diskurs um Stadterneuerungsmaßnahmen, Gentrifizierung, Raumstrukturierung, Privatisierung, Urbanisierung und zunehmende Überwachung, die aktuellen Strömungen in der site-specific Performance Art in Deutschland und Großbritannien sowie die Theorien des Alltagslebens, die u. a. von Michel de Certeau, Marc Augé und Roland Barthes entwickelt wurden. Durch das Zusammenführen künstlerischer Positionen, die durch die Beschreibung konkreter Performancearbeiten dargestellt werden, und soziologischer, philosophischer und anthropologischer Theorien entwickelt die Autorin die These, dass Städte erst durch eine Praxis und die Ablagerung von Geschichten und Erinnerungen bewohnbar werden.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

8. „Nights in This City“ – Toponymien

Extract

Wurde im letzten Kapitel untersucht, wie es der abstrakte Raum dem Großstädter schwer macht, seine Erinnerungen in der Stadt einzulagern und sie als Aura wieder zu erfahren, möchte ich nun mit „Nights in This City“343 den Faden wei- terspinnen, der im Kapitel „Footloose“ begonnen wurde. Dort haben wir die „mémoire involontaire“ untersucht, die sich im Körper und der Stadt einlagert, und die Nicht-Orte de Certeaus, jene symbolische Beziehung zwischen einem Anwesenden und Abwesenden, die die Stadt bewohnbar und zu Augés anthropo- logischem Ort macht. In diesem Kapitel verfolgen wir die mémoire involontaire in einer weiteren symbolischen Beziehung, die den Stadtraum strukturiert: in den Toponymien, den Straßen-, Orts-, Stationsnamen, die nur auf den ersten Blick eine eindeutige Bedeutung haben, indem sie auf Vergangenes, eine nationale Geschichte oder bedeutende Persönlichkeiten, oder auf lokale oder geographi- sche Besonderheiten hinweisen, bei näherem Hinsehen sich jedoch in Polyse- mien auflösen, die zu jenen Nicht-Orten führen, die die mémoire involontaire, die Einbildungskraft und die Träume erschaffen. Namen, Straßennamen, Städte- namen haben es Forced Entertainment angetan, und sie besitzen eine Kollektion, die regelmäßig in ihre Performances einfließt. „They drew a map of the country“, erzählt Richard Lowdon in „A Decade of Forced Entertainment“, „and marked it with the street names they’d collected over the years, some real, some fiction, some dreamed up just because they sounded good“344. Der größte Teil von „Nights in This City...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.