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Stadtraum in Performance

"Site-specific Performance Art</I> und die Kunst des Alltags

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Katia Beuth

Diese Studie verbindet drei aktuelle Diskurse um den städtischen öffentlichen Raum: den soziologischen und stadtarchitektonischen Diskurs um Stadterneuerungsmaßnahmen, Gentrifizierung, Raumstrukturierung, Privatisierung, Urbanisierung und zunehmende Überwachung, die aktuellen Strömungen in der site-specific Performance Art in Deutschland und Großbritannien sowie die Theorien des Alltagslebens, die u. a. von Michel de Certeau, Marc Augé und Roland Barthes entwickelt wurden. Durch das Zusammenführen künstlerischer Positionen, die durch die Beschreibung konkreter Performancearbeiten dargestellt werden, und soziologischer, philosophischer und anthropologischer Theorien entwickelt die Autorin die These, dass Städte erst durch eine Praxis und die Ablagerung von Geschichten und Erinnerungen bewohnbar werden.

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9. De Certeau vs. Augé – Theoretischer Teil 2

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Im Folgenden werden wir das Begriffspaar der Orte und Nicht-Orte von de Cer- teau zu ihrer Verwendung bei Marc Augé weiter verfolgen. Augé problematisiert die Begriffe im Hinblick auf die zunehmende Mobilität des Menschen und die Medialisierung der Welt und unserer Erfahrungen und stellt die Frage, wie sich durch diese Veränderungen unsere Beziehung zu (anthropologischen) Orten verändert. 9.1. De Certeaus Nicht-Ort und Augés anthropologischer Ort Den Begriff des Ortes übernimmt Augé von de Certeau. Für de Certeau ist der Ort ein System, eine Ordnung, die die Koexistenz nebeneinander bestehender, eigenständiger Elemente organisiert. „Hier gilt das Gesetz des ‚Eigenen‘. […] Ein Ort ist also eine momentane Konstellation von festen Punkten. Er enthält einen Hinweis auf eine mögliche Stabilität.“447 Diese Formulierung erlaubt es dem Anthropologen Augé, ein Netzwerk aus Gesetzen, Regeln, Verwandtschaftsbe- ziehungen, Ritualen und einer gemeinsamen Sprache448 als Ort zu definieren. Die Bewohner des anthropologischen Ortes befinden sich alle in derselben Ordnung, im selben Netzwerk. Der anthropologische Ort ist eine „Vorstellung, die seine Bewohner sich von ihrem Verhältnis zum Territorium, zu ihren Angehörigen und zu den anderen machen. Diese Vorstellung kann fragmentarisch oder mythifiziert 447 M. de Certeau, Kunst des Handelns, S. 217-218. 448 Unter „gemeinsamer Sprache“ versteht Augé nicht die Nationalsprache, sondern ein gemein- sames „rhetorisches Territorium“: „Der Ort erfüllt sich durch das Wort, durch den andeutungswei- sen Austausch einiger Kennworte, im Einverständnis und in der komplizenhaften Intimität der Gesprächspartner. So schreibt Vincent Descombes über...

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