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Stadtraum in Performance

"Site-specific Performance Art</I> und die Kunst des Alltags

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Katia Beuth

Diese Studie verbindet drei aktuelle Diskurse um den städtischen öffentlichen Raum: den soziologischen und stadtarchitektonischen Diskurs um Stadterneuerungsmaßnahmen, Gentrifizierung, Raumstrukturierung, Privatisierung, Urbanisierung und zunehmende Überwachung, die aktuellen Strömungen in der site-specific Performance Art in Deutschland und Großbritannien sowie die Theorien des Alltagslebens, die u. a. von Michel de Certeau, Marc Augé und Roland Barthes entwickelt wurden. Durch das Zusammenführen künstlerischer Positionen, die durch die Beschreibung konkreter Performancearbeiten dargestellt werden, und soziologischer, philosophischer und anthropologischer Theorien entwickelt die Autorin die These, dass Städte erst durch eine Praxis und die Ablagerung von Geschichten und Erinnerungen bewohnbar werden.

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10. „Linked“ – Die Kinetik des Stadtbildes, die Kinetik der Stadt

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Man könnte die Behauptung wagen, dass die Stadt selbst zunehmend zu einem Nicht-Ort im Sinne Augés wird. Die Gründe sind vielfältig. Eine Ursache lässt sich mit den stadtsoziologischen Schlagworten „funktionale Entmischung“ und „autogerechte Stadt“ benennen. In einer Stadt, in der die alltäglichen Lebensbe- reiche Wohnen, Arbeiten, Freizeit nach ihren Funktionen getrennt sind, legt der Pendler viele Kilometer in der Stadt zurück, aber er benutzt die Straße nur als Transitraum. „Raum wurde so ein Mittel zum Zweck reiner Bewegung – heute messen wir städtischen Raum daran, wie leicht wir ihn durchqueren und verlassen können“512. „Public space is leaving home“, zitiert die Performancekünstlerin und -professorin Leslie Hill den Performancekünstler Vito Acconci, aber nicht, so fährt sie fort, „if you are in […] the mobile, private space[…] [of your car]“513. Als prothetische Verlängerung der Privatheit der Wohnung verhindert das Auto „Öffentlichkeit“ (public space) im Sinne von Begegnung, Kontakt und Aus- tausch: „Öffentlichkeit bietet die Möglichkeit, daß sich einander fremde Men- schen begegnen, miteinander kommunizieren und miteinander umgehen können. Öffentlichkeit entsteht durch […] die Interaktion von Fremden und/oder Bekann- ten untereinander im nicht-privaten Raum“514. Für den Schriftsteller E.M. Forster ist „Geschwindigkeit das zentrale Faktum des modernen Lebens“515 und dessen Symbol das Automobil, gegen das er sich in seinem Roman „Howards End“ ereifert516. Wie in „The Man of the Crowd“ ist in diesem Roman London eine Stadt des hektischen Treibens und der sinnlichen Stumpfheit, in der sich...

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