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Das Konzept der idealen Metropole in Theorie und Praxis am Beispiel von Berlin

Majken Bieniok

Im Zuge der Globalisierung ändern sich die vielfältigen urbanen Lebensbedingungen kontinuierlich, wodurch der Bedarf an sinnvollen Entwicklungskonzepten für Städte und besonders Metropolen verstärkt wird. Stadtentwicklungskonzepte sind jedoch häufig von wirtschaftlichen Interessen und theoretischen Modellen geprägt. Sie laufen daher Gefahr, an den realen Bedürfnissen der Bewohner vorbei zu gehen. Ziel dieser Untersuchung ist es, einen Beitrag für eine bedürfnisorientierte Stadtentwicklung und somit auch zur Vorbeugung negativer individueller und sozialer Entwicklungstendenzen zu leisten. Hauptziel der Arbeit ist die Identifikation der erwünschten und unerwünschten Entwicklungstendenzen einer Metropole, indem Metropolenmerkmale, lebensraumbezogene Bedürfnisse, deren Zusammenhang sowie die Relevanz von Metropolenmerkmalen für Berliner Stadtplaner bestimmt werden.

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2. Stadt- und Metropolenforschung und das Metropolenkonzept

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Die klassischen Untersuchungen der Umweltpsychologie oder ökologischen Psychologie betrachten die Städte selten als eine Untersuchungseinheit. Viel- mehr fokussieren sie sich einerseits auf kleinere Betrachtungseinheiten, wie z.B. die bauliche Gestaltung von Wohnräumen, Dichte- und Engephänomene, kör- perliche Stressreaktionen oder ökologisches Verhalten. Anderseits befassen sie sich beispielsweise auch mit allgemeinen Prinzipien der Umweltwahrnehmung oder Umweltkognition, des Wohlbefindens, der Identitätsbildung und den Zu- sammenhängen von Personen- und Umwelteigenschaften (Bell, Greene, Fisher, & Baum, 2001; Fischer, 1999; Gifford, 2002; Hellbrück & Richter, 2004; Kruse, Graumann & Fischer, 1996). Die vorliegende Arbeit legt den Fokus auf einen bestimmten Stadttypus als Untersuchungseinheit, die Metropole. Nachfolgend werden daher ausgewählte theoretische Grundlagen aus unterschiedlichen Disziplinen, wie der Psycholo- gie, der Soziologie, der Geographie und der Kulturwissenschaft, die für diese Arbeit und das Thema Metropole relevant sind, vorgestellt. 2.1. Der Kontext Stadt- und Metropolenforschung Wahrnehmung der Oberflächenstruktur und der funktio- nalen Eigenschaften Für Gibson (1982) bildet das untrennbare Begriffspaar Lebewesen und Umwelt eine physikalische Gegebenheit. Gibson (1982) geht davon aus, dass bestimmte Eigenschaften der Umwelt und der Dinge als bedeutungsvolle Einheiten erkannt werden. Indem die Oberfläche (Textur) erkannt wird, werden auch die invarian- ten funktionalen Eigenschaften (Invarianzen) erkannt. Hierbei kann es sich auch um die Textur einer Metropole mit ihren spezifischen Invarianzen, z.B. ein Ort zum Wohnen oder ein Ferienreiseziel, handeln. Diese Eigenschaften, die die Handlungs-/Benutzungsmöglichkeiten deter- minieren, nennt er affordances. Man könnte auch, wie Koffka, sagen, dass die Umwelt und die Dinge einen Aufforderungscharakter besitzen (Koffka, 1935...

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