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Das Konzept der idealen Metropole in Theorie und Praxis am Beispiel von Berlin

Majken Bieniok

Im Zuge der Globalisierung ändern sich die vielfältigen urbanen Lebensbedingungen kontinuierlich, wodurch der Bedarf an sinnvollen Entwicklungskonzepten für Städte und besonders Metropolen verstärkt wird. Stadtentwicklungskonzepte sind jedoch häufig von wirtschaftlichen Interessen und theoretischen Modellen geprägt. Sie laufen daher Gefahr, an den realen Bedürfnissen der Bewohner vorbei zu gehen. Ziel dieser Untersuchung ist es, einen Beitrag für eine bedürfnisorientierte Stadtentwicklung und somit auch zur Vorbeugung negativer individueller und sozialer Entwicklungstendenzen zu leisten. Hauptziel der Arbeit ist die Identifikation der erwünschten und unerwünschten Entwicklungstendenzen einer Metropole, indem Metropolenmerkmale, lebensraumbezogene Bedürfnisse, deren Zusammenhang sowie die Relevanz von Metropolenmerkmalen für Berliner Stadtplaner bestimmt werden.

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5. Lebensraumbezogene Bedürfnisse und Metropolenmerkmale

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Ziel- und übergeordnete Fragestellung In diesem Kapitel soll der Zusammenhang zwischen Metropolenmerkmalen und der Befriedigung bzw. Störung der Befriedigung von lebensraumbezogenen Be- dürfnissen betrachtet werden. Die folgende übergeordnete Frage soll hier beant- wortet werden: Welche Bedürfnisse werden von einer idealen Metropole erfüllt und welche gestört? Dafür müssen die lebensraumbezogenen Bedürfnisse be- stimmt und nachfolgend bezüglich ihrer Beziehung zu den Metropolenmerkma- len betrachtet werden. Um die Ergebnisse theoretisch fundiert einordnen zu können, werden zunächst exemplarisch relevante Bedürfnistheorien dargestellt. 5.1. Darstellung relevanter Bedürfniskonzepte In der Literatur werden verschieden Bedürfniskonzepte diskutiert, die sich vor- wiegend auf allgemeine menschliche Bedürfnisse beziehen. Die unterschiedli- chen Ansätze kommen beispielsweise aus der psychologischen Motivationsfor- schung, der klinischen Psychologie, der Ökonomie oder der Umweltpsycholo- gie. Kamenetzky (1992) erläutert, dass, obwohl Bedürfnistheorien zum Teil sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen, diese nicht inkompatibel sind. Sie können miteinander koexistieren und angepasst an die spezifische Situation und Person nützlich sein. Max-Neef (1992) ergänzt, dass Bedürfnisse in einem dynamischen System existieren, in dem kein Bedürfnis per se wichtiger ist als ein anderes. Er geht zudem davon aus, dass keine festgelegte zeitliche Abfolge des Auftauchens von Bedürfnissen existiert. Von diesen Annahmen wird auch im Folgenden aus- gegangen. Maslow (1954) begründete die in der Fachliteratur am weitesten verbreitete Bedürfnisklassifikation (Bedürfnispyramide) allerdings doch in Form einer Hie- rarchie, nach welcher die Bedürfnisse zum Ausdruck kommen (Hellbrück & Fi-...

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