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Euphemismen des Wirtschaftsdeutschen aus Sicht der anthropozentrischen Linguistik

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Pawel Bak

Die Arbeit untersucht die Präsenz von Euphemismen in wirtschaftsdeutschen Diskursen. Anhand der analysierten Fachpressetexte über die Finanz- und Wirtschaftskrise im Zeitraum von 2007 bis 2011 werden Funktionen und Formen des Euphemisierens in einem kommunikativen Bereich diskutiert, der unter diesem Gesichtspunkt bislang als Terra incognita gelten darf. In der sprachtheoretischen Reflexion werden für die Betrachtung der Euphemismen relevante Kriterien herausgearbeitet. Den Zugang zum Untersuchungsgegenstand bietet die anthropozentrische Linguistik von Franciszek Grucza. Zu den zentralen Ideen dieses Ansatzes gehören u. a. die Einbeziehung des Sprachbenutzers in die einschlägige Diskussion sowie die Frage nach dem ontologischen Status von Sprache.

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3. Euphemismus aus Sicht der anthropozentrischen Linguistik

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Im Rahmen der bisher diskutierten sowie zu besprechenden Aspekte werden Cha- rakteristika herausgearbeitet, die den Euphemismus in einem in vielerlei Hinsicht neuen Licht erscheinen lassen. Aus den theoretischen Überlegungen resultieren Er- kenntnisse, die für die Betrachtung der Euphemismen die Anwendung eines anth- ropozentrischen Instrumentariums nahelegen. Bevor auf die anthropozentrischen Implikationen der Euphemismenanalyse, d.h. auf den von Franciszek Grucza seit 1983 entwickelten Ansatz, nachstehend im Hinblick auf den Euphemismus als Ge- genstand der Untersuchung des Wirtschaftsdeutschen, genauer eingegangen wird (s. Kapitel 3.4), sollen an dieser Stelle Aspekte angesprochen werden, die aus- drücklich den Euphemismus zu einer anthropozentrisch fundierten Herangehens- weise prädestinieren (3.1). Die anthropozentrisch angelegte Betrachtung des Eu- phemismus wird im Weiteren im Hinblick auf die hier zu untersuchenden Domänen des Euphemisierens, d.h. fachsprachliche Diskurse, expliziert (Kapitel 5). Jedoch soll dieser Darstellung auch eine Beleuchtung einiger im Hinblick auf die Untersu- chung relevanter Aspekte der fachsprachlichen Forschung vorangeschickt werden (s. Kapitel 4). 3.1. Euphemismus als individuelle – idiolektale Kategorie: Prämissen der anthropozentrischen Linguistik Trotz einer vorgenommenen Abgrenzung der Rollen des Produzenten und Rezi- pienten gestaltet sich die (auch tiefer greifende) Betrachtung der Euphemismen stark individualisiert, was mit den individuellen Charakteristika von Diskursteil- nehmern und den Spezifika ihrer Idiolekte zu tun hat. Die auf das Euphemisieren bezogene Relativität kann nicht nur im Zusammenhang mit den vorerwähnten As- pekten, d.h. nicht nur im Hinblick auf die Probleme der Abhängigkeit vom Kontext oder auf das anders wahrgenommene Verbum proprium, als Basis für die Euphemi- sierung, er...

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