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Zur Quantifizierung von Unrecht und Schuld bei vorsätzlichen Tötungen

Ein Beitrag zur Reform der Tötungsdelikte

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Marc Sotelsek

Nach einer Kritik des Mordtatbestandes widmet sich die Studie einer Untersuchung der Reformvorschläge für die vorsätzlichen Tötungsdelikte. Ausgehend von dem Zwischenergebnis, daß eine befriedigende Lösung noch nicht gefunden wurde, zeigt die Arbeit auf, daß vorsätzliche Tötungen ein nicht quantifizierbares, maximales Unrecht und grundsätzlich auch eine auf dieses Unrechtsquantum bezogene, maximale Schuld verwirklichen. Innerhalb des methodischen Konzepts des Typusbegriffs macht das Werk die Lehre von den Graden des Unrechts und Gradabstufungen der Schuld nutzbar, um im Vorfeld von Rechtfertigungs-, Schuldausschließungs- und Entschuldigungsgründen Mord und Totschlag auf der Ebene der Strafzumessung voneinander abzuschichten.

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D. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

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Mord und Totschlag sind reformbedürftig. Einen ersten konkreten Beleg für diese von Rspr., Lit. und Gesetzgeber geteilte Ansicht liefert der Streit um die Abgrenzung von Mord und Totschlag [A.], speziell die zutreffende Auslegungsmaxime für den Mord- tatbestand [A. I.]. Können doch weder die psychologische, an der Verwerflichkeit orientierte, noch die intellektuelle, anhand des Merkmals der Überlegung durchgeführ- te Abgrenzung überzeugen. Erstere ermangelt der verfassungsrechtlich gebotenen ra- tionalen Differenzierungskraft, ist unverträglich mit den objektiven Mordmerkmalen und zu stark abhängig von richterlichen Vorwertungen [A. I. 1.]; letztere vereinigt – unter gleichzeitiger Aussparung mancherlei höchststrafewürdiger Tötungen – durchaus milder einzuschätzende Formen von Tötungsdelinquenz und indiziert eine höhere Ge- fährlichkeit des überlegt Handelnden wie auch die höhere Verwerflichkeit seines Tuns nur unzuverlässig [A. I. 2.]. Da es einen kriminologischen Tätertyp des Mörders nicht gibt, kommt auf dem Boden des unbestimmten, täterstrafrechtlich-personalisierenden und mit dem Akzessorietätssystem des StGB unverträglichen Kriterium des normati- ven Tätertyps lediglich dasjenige Strafbarkeitsergebnis heraus, das der Gesetzesan- wender zuvor in den „Mördertyp“ hineingelegt hat [A. I. 3.]. Dem Rekurs auf die in vielerlei Spielarten vertretenen Gefährlichkeitsansätze steht neben Bedenken gegen die Sicherheit der Rückfallprognose der systematische Aufbruch des zweispurigen Sanktionensystems entgegen, das bei gegebener besonderer Gefährlichkeit unter stren- gen Voraussetzungen Maßregeln der Besserung und Sicherung, nicht aber lebenslange Freiheitsstrafe vorsieht. Die Anknüpfung an einen über die Tötung hinausgehenden 4160 Einzelwerte: 1-1-1-3-3-2-4-2-2-2; im Durchschnitt...

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