Show Less

Die Stimme des Körpers

Vokalität im Theater der Physiologie des 19. Jahrhunderts

Series:

Petra Bolte-Picker

Physiologen des 19. Jahrhunderts produzieren in vielfältigen Experimenten Stimmen aus Leichen und Leichenteilen, welche die rhetorische Einheit von Stimme, Körper und Sprache in Frage stellen. Die Autorin legt vor dem Hintergrund analytischer Theatralität eine detaillierte Diskursanalyse dieser Experimente vor, die deren vorwissenschaftlichen Horizont sowie einen Vergleich mit literarischen und gesellschaftlichen Stimm- und Wahrnehmungsmodellen fokussiert. Die Ergebnisse ihrer Analysen führen, jenseits von Frequenz und Maschine, zu einer anderen Einschätzung des 19. Jahrhunderts sowie zu einer gesellschaftlich wirksamen Definition von Stimme, welche die theoretische Grundlage für ein Theater der Wissenschaft bereit stellt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kurzbiographien

Extract

369 Kurzbiographien Auenbrugger, Ludwig von (1722 – 1809). Ärztliche Ausbildung in Wien; stell- te 1754 Schallunterschiede fest, die beim Anschlagen auf die Brustwand entste- hen und entwickelte daraus das Perkussionsverfahren, z.T. mit Leichen, denen er Flüssigkeiten in die Brusthöhle injizierte. Galvani, Aloisius/Luigi (1737 – 1798). Studium der Medizin in Bologna; am 6. November 1789 entdeckt Galvani zufällig elektrische Ströme an Nervenbahnen des Frosches. Seine weiteren Forschungen widmen sich dem Beweis, dass die Elektrizität durch ein in kleinen Röhren enthaltenes Nervenfluidum zustande komme, das sich in Analogie zur Leydener Flasche entlädt. Das Nervenfluidum sei für jedes Tier spezifisch und bewirke die Entladung eine Muskelkontraktion. Diese Erklärung ist aus heutiger Sicht falsch. Harleß, Emil (1820 – 1862). Medizinische Ausbildung in Erlangen, Würzburg, Wien, Prag, u.a. auf Anraten von Johannes Müller. Ab 1856 außerordentliches Mitglied der bayrischen Akademie der Wissenschaften, 1857 Professur in Mün- chen. Er hält Vorlesungen in Physiologie, zeigt aber besonderes Interesse an der Mechanik. Vorlesungen auch in Anatomie an der Akademie der bildenden Künste, München. Laennec, René Théophile Hyacinthe (1781 – 1826). Studium der Medizin in Nantes, u.a. tätig als Feldarzt und Assistent im Militärhospital. Vorlesungen über pathologische Anatomie an der École de Médicin, später tätig als Arzt am Hôpital Beaujon, später an der Salpêtrière und ab 1822 am Collège de France. 1823 Professur der medizinischen Klinik der Charité, Mitglied der Académie royale. Liskovius, Karl Friedrich...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.