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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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3. Der Heilige Geist

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In Mt 1,18 wird „das Wirken des Heiligen Geistes“ erwähnt. Der Begriff „Heili- ger Geist“ ist in der Hebräischen Bibel an mehreren Stellen erwähnt. Wie aus den folgenden Textbeispielen zu entnehmen ist bewirkt „Heiliger Geist“ eine von Gott stammende Inspiration: „Sie aber lehnten sich gegen ihn auf und betrübten seinen heiligen Geist. Nun dachten sie an die Tage der Vorzeit, die Zeit seines Knechtes Mose: … Wo ist der, der seinen heiligen Geist in ihn gelegt hat.“ (Jes 63,10f.). So wie an dieser Stelle ist der hebräische Ausdruck, der in den rabbinischen Schriften vielfach verwendet wird, Ruach HaKodesch, im folgenden Psalm Vers vorhanden: „Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!“ (Ps 51,13.). In den folgenden Zitaten wird der Ausdruck „Geist Gottes“ erwähnt, wobei auch dieser Ausdruck einer „göttlichen Inspiration“ gleichkommt: „Siehe, ich habe Bezalel, den Sohn Uris, den Enkel Hurs, vom Stamm Juda, beim Namen gerufen und ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, mit Weisheit, mit Verstand und mit Kenntnis für jegliche Arbeit:“ (Ex 31,2f.). Dieser göttliche Geist kann auch Heiden zu Teil werden, wie dies folgender Satz zeigt: „Als Bileam aufblickte, sah er Israel im Lager, nach Stämmen geordnet. Da kam der Geist Gottes über ihn.“ (Num 24,2.). In der Apostelgeschichte (10,45.) wird beschrieben, dass Juden es nicht fassen konnten, dass auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde. In den folgenden Zitaten...

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