Show Less

Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

Series:

Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4. Die Zukunftshoffnungen Israels

Extract

Jesus wird in den meisten Stellen des NT als Messias angesehen, wobei manche Hinweise schon sein gottgleiches Wesen anklingen lassen. Deshalb soll vorerst der Entstehung des Messias Glaubens im Judentum nach- gegangen werden. Die politische Geschichte Israels ist durch zahlreiche Kriege, die zumeist mit Niederlagen endeten, und mit nur kurzen Zeiten des Friedens zwischen diesen Kriegen, gekennzeichnet. Durch diese Situation bedingt wurden immer wieder Fragen nach der Zukunft dieses bevölkerungs- und flächenmäßig kleinen Landes gestellt. Die sich im Laufe der Zeit bei den Gottesmännern dieses Volkes her- auskristallisierten Gedanken waren, dass der allmächtige und einzigartige Gott Israels sein Volk retten und den so sehr ersehnten ewigen Frieden herstellen würde. Diese Stufe des Gottesglaubens wird als Henotheismus bezeichnet, d. h., dass jede ethnische Gemeinschaft, wie auch Israel, ihrem Gott gehuldigt hat.3 Dies ist auch in den frühen Büchern der Bibel aus zahlreichen Stellen zu ent- nehmen. Z.B.: „Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchti- ger Gott“ (Ex 20,5.) oder „Der Herr allein hat Jakob geleitet, kein fremder Gott stand ihm zur Seite.“ (Dtn 32,12.). Auch aus den Sprüchen des Propheten Micha, anfangs des 8. Jhs. v.Chr., geht hervor, dass andere Nationen andere Götter ver- ehrten: „Denn alle Völker gehen ihren Weg, jedes ruft den Namen seines Gottes an; wir aber gehen unseren Weg im Namen JHWHs, unseres Gottes, f...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.