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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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5. Das deuteronomistische Geschichtswerk

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Vor allem im deuteronomistischen Geschichtswerk, das aus den Büchern Deuteronomium, Josua, Richter, 1. Samuel und 2. Samuel, sowie 1. Könige und 2. Könige, und aus gewissen Stellen des Buches Genesis besteht, ist Gott in vielen Fällen selber tätig. In den erwähnten, vom Deuteronomisten4 bearbeiteten Büchern, in denen En- gel nur selten erwähnt werden, kommt wahrscheinlich eine eingetretene Ratio- nalisierung zur Geltung. z. B. ist das Heiligtum der Aufenthaltsort des Namen Gottes (Dtn 12,5.11. und 21) und nicht Gottes selber. (1 Kön 8,13.). Auch hat Gott von seinem Sitz im Himmel seine Worte verlauten lassen, die an Israel „mitten aus dem Feuer“ am Berge vermittelt worden sind (Dtn 5,4 und 9f.), wäh- rend noch im Buch Exodus dieses Geschehen so beschrieben wurde, als ob Gott auf den Berg Sinai gekommen sei und von dort aus Mose seine Stimme ver- nommen hätte (Ex 19,). Die Bundeslade wurde im Dtn 10,1ff nur als Behälter der Tafeln mit den Geboten Gottes bezeichnet, während sie im Ex 25,22 und im 1 Sam 4,4 noch als Sitz Gottes gilt.5 Es werden auch im Dtn Kap 6, und 7, Ab- schnitte aus Ex 23,20-33. zitiert, aber ein Engel, dem im Buch Exodus eine pro- minente Rolle zukommt, scheint nicht auf. Alles wird durch die Anwesenheit Gottes selbst in die Wege geleitet.6

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