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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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7. Die von Gott verliehenen Titel an Wesen, die in seinem Auftrag handeln

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7.1 Die Engel Engel, die in christlichen Schriften zum Machtbereich Gottes gehören, werden auch in den Büchern der Hebräischen Bibel immer wieder erwähnt. Schon relativ früh, man kann das 10. bis 7. vorchristliche Jahrhundert anneh- men, wurde der überirdische Bereich Gottes als Vorbild für die auf der Erde herrschenden Strukturen angesehen. So wurde das Heiligtum in der Wüste nach dem Vorbild angefertigt, das Mose am Berg der Offenbarung gesehen hat. (Ex 26,30; Ex 27,8; Num 8,4.). Zu diesem Bild, wonach im Himmel ähnliche Ver- hältnisse, wie auf der Erde herrschen, gehört auch die Vorstellung, wonach Gott, wie ein König, über einen Hofstaat verfügt. Im ersten Buch Mose werden an fünfzehn verschiedenen Stellen Engel er- wähnt, die Gott mit Vollmacht zur Erde entsendet, um Taten zu vollbringen, die eigentlich Gott vorbehalten sein sollten. Im zweiten Buch Mose wird die Er- mächtigung des Engels besonders hervorgehoben: (Ex 23,20f.) „Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe. Achte auf ihn, und hör auf seine Stimme! Widersetz dich ihm nicht! Er würde es nicht ertragen, wenn ihr euch auflehnt; denn in ihm ist mein Name gegenwärtig.“ (Ex 23,20f.). Im 1. Jh. v.Chr. oder am Beginn des 1. Jh. n.Chr. gibt es Überlegungen, wo- nach Engel Zwischenwesen verkörpern, die einerseits zum Stab Gottes geh...

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