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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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10. Die Titel Jesu

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Alle Titel, mit denen Jesus im Neuen Testament bezeichnet worden ist, stammen aus dem Judentum und zeigen, dass Jesus sich nicht nur als Jude gefühlt hatte, sondern, dass auch die Menschen in Palästina der damaligen Zeit Jesus als Juden gesehen haben. Die folgenden Textbeispiele aus dem Neuen Testament sollen dafür als Belegstellen dienen. 10.1 Jesus als Rabbi und Lehrer „Es war ein Pharisäer namens Nikodemus, ein führender Mann unter den Juden. Der suchte Jesus bei Nacht auf und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist.“ (Joh 3,1.). 10.2 Jesus als Prophet Erst im rabbinischen Judentum wurde das Buch „Maleachi“ als das letzte Pro- phetenbuch bezeichnet.15 Dies kommt auch im 1 Makk 9,27 zum Ausdruck, wo es heißt: „Große Bedrängnis herrschte in Israel, wie seit den Tagen der Prophe- ten nicht mehr.“ Wie aus zwei Stellen aus 1 Makk zu entnehmen ist, war den- noch in der Zeit nach dem 2. Jh. v.Chr. das Kommen eines Propheten erwartet worden: „…und legten die Steine an einen passenden Ort auf dem Tempelberg nieder, bis ein Prophet komme und entscheide, was damit geschehen solle.“ (1 Makk 4,46.). „Darum haben das jüdische Volk und ihre Priester eingewilligt, dass Simon für immer ihr Fürst und Hohepriester sein sollte, so lange, bis ihnen Gott einen rechten Propheten erwecken würde;...

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