Show Less

Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

Series:

Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

16. Die Naherwartung der Wiederkunft Jesu

Extract

Wie die nächsten Zitate aus dem Neuen Testament zeigen, wurde von den An- hängern Jesu eine unmittelbar eintretende Wiederkehr erwartet: „Denn dies sa- gen wir euch nach einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die noch übrig sind, wenn der Herr kommt, werden den Verstorbenen nichts voraushaben. Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt. Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen; dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt, dem Herrn entgegen. Dann werden wir immer beim Herrn sein.“ (1 Thess 4,15ff.). Sowie: „Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kom- men sehen.“ (Mt 16,28.). Aus dem obigen, älteren Spruch, ist zu entnehmen, dass die zu erwartende Auferstehung Jesu noch mit Gewissheit vorgetragen wurde. Der folgende Spruch zeigt eine Änderung der Überzeugung, dass Jesus gleich wiederkommen wird, indem nunmehr eine Bitte an Jesus gerichtet wurde: „Unser Herr, komm!“. So kann aus der Verwendung eines aramäischen Ausdruckes für die Wieder- kehr Jesu in einem Schreiben Pauli, gerichtet an die griechisch sprechenden Anhänger Jesu in Korinth, entnommen werden, dass der folgende Spruch schon vor dem von Paulus verfassten ersten Brief an die Korinther von der jüdisch- christlichen Gemeinde in Jerusalem geprägt worden war: „Marana tha – Unser Herr, komm!“ (1 Kor 16,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.