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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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26. Die Konflikte innerhalb der christlichen Gemeinschaft

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Aus dem Obigen ist zu entnehmen, dass in den unterschiedlichen christlichen Gemeinden verschiedene Ansichten über die Lehre Jesu bestanden. Diese Diver- genz beanstandet auch Paulus: „Es wurde mir nämlich, meine Brüder, von den Leuten der Chloë berichtet, dass es Zank und Streit unter euch gibt. Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus – ich zu Apollos – ich zu Kephas (Petrus) – ich zu Christus. Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreu- zigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?“ (1 Kor 1,11.). Der Evangelist Johannes, dem zumeist der Brief 1 Johannes zugeschrieben wird, bezeichnet diese Widersprüche als Taten des Antichristen: „Meine Kinder, es ist die letzte Stunde. Ihr habt gehört, dass der Antichrist kommt, und jetzt sind viele Antichristen gekommen. Daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist. Sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie gehörten nicht zu uns; denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben. Es sollte aber offenbar werden, dass sie alle nicht zu uns gehörten.“ (1Joh 2,18f.). „Viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen; sie bekennen nicht, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Anti- christ.“ (2 Joh 1,7.). Die innerchristlichen Konflikte führten auch dazu, dass erst gegen Ende des zweiten Jahrhunderts eine mehr oder weniger einheitliche Meinung der führen- den Kirchenmänner über die „rechtgl...

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