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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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27. Die Abgrenzung der Juden von den Judenchristen

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Im Evangelium nach Lukas und nach Johannes wird an vier nachstehenden Stel- len erwähnt, dass die Juden die Judenchristen aus ihrer Synagoge ausgestoßen hätten. Da diese Evangelien mit einer beschränkten Verbreitung in Jerusalem und Kleinasien verfasst wurden, ist es wahrscheinlich, dass diese „Ausstoßung“ von Jesusgläubigen aus Synagogen nur in einem zeitlich und örtlich beschränk- ten Umfang erfolgte. „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen.“ (Joh 6,22.). „Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Ju- den hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen. (Joh 9,22.). „Dennoch kamen sogar von den führenden Männern viele zum Glauben an ihn; aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht offen, um nicht aus der Synagoge ausgestoßen zu werden. Denn sie liebten das Ansehen bei den Men- schen mehr als das Ansehen bei Gott.“ (Joh 12,42f.). „Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben.“ (Joh 16,2f.). Eine solche „Ausstoßung“ wurde früher der Einfügung eines neuen Absatzes in dem täglich drei Mal zu wiederholenden Hauptgebet, der Amida, zugeschrie- ben, obwohl die...

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