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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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31. Nachwort

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Nachdem die divergierenden Ansichten zwischen dem Christentum und dem Judentum, die vor allem in den ersten beiden Jahrhunderten unserer Zeitrech- nung entstanden sind, beschrieben wurden, sollen nachstehend die wesentlichen Unterschiede, die heute diese beiden Religionen voneinander trennen, zusam- mengefasst werden. Zu bemerken ist, dass es sowohl in den christlichen als auch in den jüdischen Religionsgemeinschaften Gruppierungen gibt, die in manchen Glaubensartikeln voneinander abweichen. 31.1 Der Gottesbegriff Beide Religionen sehen in Gott die höchste Instanz der Welt. Wir könnten daher den Gott Israels mit dem Gottvater der Christen gleichsetzen. Das Trennende besteht in der christlichen Annahme der Dreifaltigkeit und hier insbesondere in Jesus als Sohn Gottes. Auch für Christen ist die Person Jesu, als Teil des Gottes- begriffes nicht einfach zu erklären, da gemäß dem Konzilsbeschlusses von Chal- zedon von 451 n.Chr. „Unser Herr Jesus Christus ist … wesensgleich dem Vater der Gottheit nach … wesensgleich … derselbe der Menschheit nach … in zwei Naturen unvermischt, unverändert, ungeteilt und ungetrennt … Zusammenkom- men zu einer Person und einer Hypostase, nicht durch Teilung oder Trennung in zwei Personen, sondern ein und derselbe einzig geborene Sohn, Gott, Logos, …“. Das Problem ergibt sich in der Annahme des Dreifaltigen Gottes, da von Menschen im einzigen Gott wohl unterschiedliche Teilbereiche wahrgenommen werden können, die aber alle wesensgleich sein müssen, da es sich sonst nicht um einen Gott handeln kann. Da aber laut „Chalzedon“ „Jesus … in zwei Natu- ren unvermischt, unverändert, ungeteilt und ungetrennt“ verehrt wird, kann in der Dreifaltigkeit trotz dieses Einheitsgebotes,...

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