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Kinderarbeit? Ein pädagogisches Fragezeichen!

Ein subjekttheoretischer Ansatz

Dieter Kirchhöfer

Die Veränderungen der Kinderarbeit werden in dieser Untersuchung aus einer historischen Analyse der Produktionsweise abgeleitet. In der Abgrenzung zu einseitigen ökonomistischen Erklärungsversuchen wird auf die Wirksamkeit emanzipatorischer und philanthropischer Bewegungen und auf die bildungspolitischen Diskussionen in der Arbeiterbewegung zur Kinderarbeit verwiesen. Mit Informatisierung, Entgrenzung und Subjektivierung werden gegenwärtige Veränderungen identifiziert und die Annäherung der Arbeitswelt der Kinder an die Arbeit der Erwachsenen diagnostiziert. Unter kapitalistischen Bedingungen wird die Verkehrung der Subjektivierung in eine Infantilisierung festgestellt und die geringe Tragfähigkeit pädagogischer Lösungen beklagt.

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Zur Herangehensweise 16

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Zur Herangehensweise Die Herangehensweise muss sich der Perspektiven versichern, die zugleich die Grenzen der Untersuchung ausmachen. Die vorliegende Arbeit erfolgt aus der Sicht eines westlichen Industrielandes und da wiederum aus der deutschen Per- spektive, sie kann und will also nicht den Anspruch erheben, für andere Regio- nen der Welt zu sprechen. Momente moderner Kindheit wie z.B. die Bestrebun- gen um politische oder soziale Partizipation in Kommunen oder Regionen blei- ben deshalb auch weitgehend außen vor. Die deutsche Perspektive wird auch als Eingrenzung auf die ethnische Herkunft verstanden, die Kindheit in türkischen oder arabischen Immigrantenfamilien muss außerhalb unserer Betrachtungen liegen, ein Mangel, der schwer wiegt, als Maßnahmen der Immigrantenförde- rung und -unterstützung in Deutschland nicht auf gesicherte Analysen zurück- greifen können. Zudem muss eingestanden werden, dass die Sicht aus einem städtischen Umfeld erfolgt, für die Analyse der Kindheit in ländlichen oder dörf- lichen Regionen fehlen empirische Untersuchungen. Die entscheidende Ein- schränkung resultiert jedoch aus der Erwachsenenzentriertheit der Erkenntnisse, die Aussagen werden über die Kinder und nicht mit oder durch die Kinder ge- bildet. Ein im Weiteren immer wieder genutzter Standpunkt, dass Kinder Sub- jekte, Akteure ihrer eigenen Lebensprozesse sind, konnte zumindest als metho- dologisches Untersuchungsdesign nicht durchgehalten werden. Versuche, die Kinder selbst zu Wort kommen zu lassen, z.B. in Interviewpassagen in den epi- sodischen Texten, können dieses Defizit nicht ausgleichen. Kinder treten nicht - wie in manchen Forschungsvorhaben gefordert — als Forschungssubjekte auf. Wesentlich für die...

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