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Fachsprachenlinguistik

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Sambor Grucza

In diesem Buch wird der Versuch unternommen, ein Integrationsmodell für eine Fachsprachenlinguistik zu erstellen. Die Grundlage, auf der das Modell aufgebaut wird, bildet die Anthropozentrische Linguistik. In erster Linie ist das Modell ein Versuch, die Fragen, die das Fachwissen, die Fachsprachen und die Fachtexte betreffen, im Rahmen der Fachsprachenlinguistik in einer Ganzheit zusammenzuführen. Eines der Ziele dieser Überlegungen ist eine weitere Präzisierung der Bedeutung des Ausdrucks «Fachsprache» sowie «Fachtext». Es ist der Versuch eine Antwort auf die Frage zu finden, welchen ontologischen Status das hat, worauf man sich mit dem Ausdruck «Fachsprache» bezieht. Wie existiert das, was so benannt wird? Was sind – und was sind keine – Objekte, die als «Fachsprachen» bezeichnet werden? Was beinhalten sie und was beinhalten sie nicht? Gefragt wird aber auch nach den Forschungsgegenständen und -aufgaben der Fachsprachenlinguistik.

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5. ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN UND ZUSAMMENFASSUNG

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In dieser Arbeit wurde ein Versuch unternommen, ein Bild der Fachsprachen- linguistik vom Standpunkt der Anthropozentrischen Linguistik zu zeichnen oder, anders gesagt, die Hauptelemente ihrer Theorie auf jenes Gebiet der Lin- guistik zu übertragen, das sich mit der Erforschung der Fachsprachen befasst (befassen will). Vor dem Hintergrund dieser Theorie sieht das, worauf sich die Bezeichnung „Fachsprache“ bezieht, anders aus, ebenfalls das, was als „Fach- text“ bezeichnet wird. Infolgedessen sehen vor diesem Hintergrund auch der Gegenstand und die Aufgaben der Fachsprachenlinguistik anders aus. In diesem Kapitel werde ich kurz die wichtigsten Schlussfolgerungen darstellen, zu denen ich bei den in den vorherigen Kapiteln dieser Arbeit präsentierten Überlegungen gekommen bin; manche von ihnen erhalten zusätzliche Kommentare, wobei ei- nige Bemerkungen aus der neuesten Arbeit von F. Grucza (2011) genutzt wer- den. *** Verbleiben wir auf dem Boden der Anthropozentrischen Linguistik, dann müs- sen Phänomene, die als „Fachsprachen“ bezeichnet werden, gleich zu Beginn in zwei Gruppen eingeteilt werden: (a) wirkliche Fachsprachen, d. h. Sprachen konkreter Fachleute, und (b) allgemeine Fachsprachen (intellektuelle Konstruk- te, idealisierte Modelle), die auch als „Branchen-„ oder „Fachgebietssprachen“ bezeichnet und als Fachsprachen bestimmter Fachgemeinschaften betrachtet werden. In Wirklichkeit existieren allein Fachsprachen konkreter (realer) Fachleute, also Fachidiolekte. Denn Fachsprachen (Fachidiolekte) existieren tatsächlich allein in den Gehirnen konkreter Fachleute und sind deren immanente, integrale und konstituierende Eigenschaften (Konstituenten). Allein von konkreten Fach- sprachen (Fachidiolekten) lässt sich sagen, dass sie konkrete – in erster Linie kognitive und kommunikative – Funktionen erfüllen. Schnittmengen oder Vereinungen von Beständen der Fachidiolekte der...

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