Show Less

Die Societas Privata Europaea in der Krise

Series:

Johannes Culmann

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Societas Privata Europaea (SPE), die als zweite supranationale Kapitalgesellschaftsform neben die Societas Europaea treten soll. Die SPE soll in erster Linie kleinen und mittleren Unternehmen die grenzüberschreitende Tätigkeit innerhalb der EU erleichtern. Die Arbeit beschäftigt sich mit Vorschlägen zur Ausgestaltung einer solchen Europa-GmbH und untersucht insbesondere die Gesellschafter- und Geschäftsführerhaftung auf dem Weg in die Insolvenz. Sie liegt damit an der Schnittstelle zwischen Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht und dem IPR. Rechtsgrundlagen der Untersuchung sind insbesondere verschiedene SPE-Verordnungsvorschläge, die EuInsVO und die ROM II-VO. Das SPE-Vorhaben befindet sich zudem in einer legislatorischen Krise. Die Arbeit befasst sich mit den Gründen für diese Krise und enthält rechtspolitische Thesen zu deren Behebung.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel V. Perspektive für die SPE

Extract

Für die Anwendbarkeit nationaler Haftungsinstitute ergeben auf Basis der bisher vorgelegten Verordnungsentwürfe ähnliche Probleme wie sie bereits bei den Auslandsgesellschaften bestehen. Praktische Bedeutung wird die SPE als Rechts- form jedoch nur dann erlangen, wenn sie gegenüber den bereits bestehenden na- tionalen Rechtsformen eindeutige Vorteile aufweist. Die vage Annahme, sie könnte gegenüber einer weniger bekannten ausländischen Rechtsform mögli- cherweise europaweit ein höheres Prestige alleine durch höheren Bekanntheits- grad gewinnen, wird für einen Siegeszug der SPE in der Praxis nicht ausrei- chend sein. Es wird daher abschließend kurz zusammenfassend dargestellt, in welchen Punkten die SPE entscheidende Vorteile gegenüber den Auslandsgesell- schaften erlangen könnte. A. Einheitliche Regelungen in der SPE-VO Ziel des SPE-Vorhabens ist eine Erleichterung der grenzüberschreitenden unter- nehmerischen Tätigkeit für KMU955. Dieses Ziel soll in erster Linie dadurch er- reicht werden, dass die Rechtsberatungskosten für die Errichtung und den lau- fenden Geschäftsbetrieb einer SPE gegenüber der Verwendung von Auslandsge- sellschaftsformen reduziert werden. Rechts- und beratungstechnisch vorteilhaft ist eine Europäische Rechtsform nur insoweit, als sie einen Rückgriff auf natio- nales Recht entbehrlich macht956. SPE-Gründer, welche eine Gesellschaft außer- halb des ihnen vertrauten innerstaatlichen Rechtskreises gründen wollen, müssen bei jedem Verweis zusätzliche Rechtsberatungskosten aufnehmen957. Der Ver- weis auf nationales Recht muss damit so weit wie möglich ausgeschlossen wer- den958. Nur wenn der Rückgriff auf nationale Haftungstatbestände weitgehend ausge- schlossen werden kann, unterscheidet sich die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.