Show Less

Ärztliche Leitlinien in der vertraglichen Arzthaftung

Eine Untersuchung materiell-rechtlicher und prozessualer Aspekte unter besonderer Berücksichtigung des medizinischen Standards

Series:

Tobias Elster

Die Arbeit soll Praktikern als wertvolle Handreichung dienen. Sie widmet sich der Bedeutung ärztlicher Leitlinien in der vertraglichen Arzthaftung in materiell-rechtlicher und insbesondere prozessualer Hinsicht. Dabei behält sie stets die enge Wechselbeziehung ärztlicher Leitlinien zum medizinischen Standard im Blick. Diese Wechselbeziehung bestimmt auch die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit: Ärztliche Leitlinien legen den medizinischen Standard nicht fest, sondern allein der medizinische Standard ist für den behandelnden Arzt medizinisch verbindlich. Allerdings können ärztliche Leitlinien im Haftungsprozess bei der Ermittlung des medizinischen Standards als Erkenntnisquelle herangezogen werden. Die Ermittlung des medizinischen Standards ist dabei Teil der Rechtsanwendung und damit Aufgabe des Richters.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil 5: Schluss, Zusammenfassung

Extract

Im letzten Teil dieser Arbeit sollen die wichtigsten Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung noch einmal in schlagwortartigen Thesen zusammengefasst wer- den. Zu den behandelten materiellrechtlichen Themen: 1. Der Arztvertrag ist grundsätzlich als Dienstvertrag anzusehen. Im Einzel- fall jedoch kann auch ein aus dienst- und werkvertraglichen Elementen zu- sammengesetzter gemischt-typischer Vertrag vorliegen. 2. Auch im Rahmen der vertraglichen Arzthaftung kommt die Vorschrift des § 280 I 2 BGB und die in ihr enthaltene Verschuldensvermutung zum Tra- gen. Auch wenn ihr nur ein enger Anwendungsbereich verbleibt, ist kein überzeugender Grund ersichtlich, der Regelung im Rahmen des Arztvertra- ges die Geltung zu versagen. 3. Die Bewertung eines Behandlungsgeschehens als Behandlungsfehler (= Pflichtverletzung im Sinne von § 280 I BGB) und das darauf bezogenen Verschulden, also die Verletzung der verkehrserforderlichen Sorgfalt im Sinne von § 276 II BGB, hängen regelmäßig von den gleichen Kriterien ab. Das entscheidende Hauptkriterium dabei ist der medizinische Standard. 4. Der Arzt hat im Rahmen seiner Behandlung diejenige Sorgfalt zu beachten, die ein besonnener und gewissenhafter Arzt der jeweiligen Fachrichtung, in der der Arzt tätig wird, anzuwenden pflegt. Besondere persönliche Kennt- nisse und Fähigkeiten hat er einzusetzen, auf mindere persönliche Fähig- keiten kann sich der Arzt nicht berufen. 5. Der medizinische Standard ist ein außerrechtlicher Standard und als solcher ein elastischer, dynamischer und einer ständigen Veränderung unterworfe- ner Begriff, der durch Vergleich innerhalb der betreffenden Verkehrsgrup- pe das Normalmaß korrekten sozialen Verhaltens innerhalb dieser Ver- kehrsgruppe darstellt. 6. Der medizinische Standard ist damit der...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.