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Public Affairs

Die neue Welt des Lobbyismus

Edited By Gerhard Göhler, Katrin Grothe and Cornelia Schmalz-Jacobsen

Laut Schätzungen sind derzeit rund 5.000 Lobbyisten in Berlin aktiv. Abseits der Öffentlichkeit betreiben diese «Einflüsterer» ihr Geschäft, so heißt es, kaum jemand kenne ihr Gesicht. Gut zehn Jahre nach dem Umzug von Parlament und Regierung aus Bonn haben sich in der Hauptstadt zahlreiche Büros von Verbänden, Unternehmen und Agenturen angesiedelt. Hinzu kommen international agierende Kanzleien und Unternehmensberatungen, Botschaften, Stiftungen und NGOs. Damit gilt Berlin als das Zentrum einer nicht neuen, aber in dieser Dimension unbekannten Branche. Dieses Buch beleuchtet u. a. die Frage, was Lobbyismus genau macht. Und ob er ein notwendiger Bestandteil der Demokratie ist – oder die Dominanz partikularer Interessen über das Gemeinwohl.

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Heiko Kretschmer: Interessenvertretung im Interesse des Kunden – Rolle und Aufgaben der politischen Kommunikationsberatung

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57 Heiko Kretschmer Interessenvertretung im Interesse des Kunden – Rolle und Aufgaben der politischen Kommunikationsberatung Was ist eigentlich politische Kommunikation? Laut Günter Bentele um- fasst die politische Kommunikation alle Kommunikationsformen politischer Ak- teure selbst, aber auch die Kommunikation von Akteuren außerhalb des politi- schen Systems, sofern sie sich thematisch auf Politik bezieht. Entsprechend dieser Definition gibt es natürlich eine lange Liste von Akteuren, die in Berlin politische Kommunikation betreiben. Nicht nur Unternehmen und Wirtschafts- verbände, auch die Kirchen mit ihren Hauptstadtbüros sind in Berlin vertreten, ebenso Sozialverbände, Gewerkschaften und viele Nichtregierungsorganisatio- nen. Hintergrund dieser Akteursvielfalt ist, dass die Zeit der eindimensionalen Interessenvertretung – bekannt aus Bonner Zeiten – vorbei ist. Damals gab es die Politik auf der einen und die Verbände auf der anderen Seite. Man hat sich an einen Tisch gesetzt und unmittelbar miteinander geredet. Das aber reicht heu- te längst nicht mehr aus, weil die Themen viel komplexer geworden sind. Kom- plexere Themen rufen auch immer mehr Akteure auf den Plan, entsprechend wird es immer schwieriger, sich alleine Gehör zu verschaffen. Ich möchte Ihnen das am Beispiel des Verhältnisses von Verbänden und Konzernrepräsentanzen deutlich machen. Bei den Verbänden, die in Berlin Lob- bying betreiben, wie etwa dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirt- schaft e.V. (BDEW), geht es zunächst darum, zwischen sehr unterschiedlichen Akteuren – von kleinen Stromhändlern mit ein paar Dutzend Mitarbeitern bis zu großen Konzernen wie EON – einen gewissen Minimalkonsens an Forderungen zu entwickeln....

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