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Führungskräfteentwicklung in der öffentlichen Verwaltung durch Wirtschaftsaufenthalte

Bestandsaufnahme – Gestaltungsempfehlungen – Perspektiven

Kathrin Böck

Unter welchen Voraussetzungen können Hospitationen oder Arbeitsaufenthalte in der Wirtschaft für Führungskräfte des öffentlichen Sektors als Personal- und Organisationsentwicklungsinstrument genutzt werden? Die Autorin untersucht die Problematik aus lerntheoretischer Sicht, aus der Perspektive der Transfersicherung sowie mittels einer umfangreichen Praxisstudie. Dargestellt werden beispielsweise die Lernchancen für den Teilnehmer, für die entsendende Behörde wie für das gastgebende Unternehmen. Zur Planung, Gestaltung und Bewertung von Wirtschaftsaufenthalten ist für die Hand des Personalentwicklers ein 4-Phasen-Modell konzipiert. Das Buch umfasst des Weiteren eine vergleichende Strukturanalyse von 24 Entsendeprogrammen im deutschsprachigen Raum, komplettiert durch Ergebnisse einer mehrstufigen Teilnehmerbefragung in Österreich und Deutschland.

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1 Kann der öffentliche Dienst von der Wirtschaftlernen?

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25 1 Kann der öffentliche Dienst von der Wirtschaft lernen? „Das ist eine reizvolle Idee!“ „Ja, daran hätte ich auch Interesse.“ „Aber bringt das denn auch was?“ – Drei Reaktionen im Jahr 2007 auf die Frage, was Füh- rungskräfte des öffentlichen Dienstes von der Möglichkeit hielten, für eine begrenzte Zeit in einem Wirtschaftsunternehmen zu arbeiten und sich mittels dieses Angebots weiterzubilden. Auch offizielle Verlautbarungen halten eine zeitweise Personalentsendung in Richtung Wirtschaft für vielversprechend: Auf Bundesebene erfolgte im Juni 2004 im Rahmen des Regierungsprogramms „Moderner Staat – Moderne Verwal- tung“ durch das Bundesministerium des Innern (BMI) wegweisend der Impuls, einen befristeten Personalaustausch zwischen öffentlichem Dienst und Privat- wirtschaft als neues Element der Personalentwicklung einzuführen. Ähnlich rät im Folgejahr die Evaluationskommission einer Bundesoberbehörde „…Personal- wechsel zwischen BAM und Unternehmen… durch wechselseitige, temporäre Abordnungen…“ (BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, 2005, S. 8). Im Evaluationsbericht der Hertie School of Governance (HSoG) sprechen Mitarbeiter aus Bundesministerien, die in den Jahren 2005/2006 einen Personalaustausch mit marktbekannten Unternehmen absolvierten, diesem den höchsten Nutzwert innerhalb mehrerer Elemente für die Verwaltungsreform zu (Hertie School of Governance [HSoG], 2006, S. 23 ff.)1. Ein gegenseitiger tem- porärer Mitarbeiteraustausch zwischen öffentlichem und privatem Sektor wird im Dezember 2007 schließlich als Bestandteil der Modernisierungs- und Fort- bildungsvereinbarung 2007 für die Bundesverwaltung festgeschrieben (Bundes- ministerium des Innern [BMI], dbb beamtenbund und tarifunion & Deutscher Gewerkschaftsbund, 2007). Auf Landesebene liegen bereits seit den 80er Jahren praktische Erfahrungen mit einem...

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