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Führungskräfteentwicklung in der öffentlichen Verwaltung durch Wirtschaftsaufenthalte

Bestandsaufnahme – Gestaltungsempfehlungen – Perspektiven

Kathrin Böck

Unter welchen Voraussetzungen können Hospitationen oder Arbeitsaufenthalte in der Wirtschaft für Führungskräfte des öffentlichen Sektors als Personal- und Organisationsentwicklungsinstrument genutzt werden? Die Autorin untersucht die Problematik aus lerntheoretischer Sicht, aus der Perspektive der Transfersicherung sowie mittels einer umfangreichen Praxisstudie. Dargestellt werden beispielsweise die Lernchancen für den Teilnehmer, für die entsendende Behörde wie für das gastgebende Unternehmen. Zur Planung, Gestaltung und Bewertung von Wirtschaftsaufenthalten ist für die Hand des Personalentwicklers ein 4-Phasen-Modell konzipiert. Das Buch umfasst des Weiteren eine vergleichende Strukturanalyse von 24 Entsendeprogrammen im deutschsprachigen Raum, komplettiert durch Ergebnisse einer mehrstufigen Teilnehmerbefragung in Österreich und Deutschland.

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3 Lerntheoretische Verortung von Wirtschaftsaufenthalten– Folgerungen für ihre Gestaltung

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51 3 Lerntheoretische Verortung von Wirtschafts- aufenthalten – Folgerungen für ihre Gestaltung Wirtschaftsaufenthalte etablierten sich aus dem Bedürfnis der Praxis heraus. Dabei standen – den Aussagen der Veranstalter zufolge – lerntheoretisch begrün- dete Empfehlungen kaum im Blickfeld. Primär wurden Aspekte der Personal- und Organisationsentwicklung als Beitrag zur Verwaltungsmodernisierung als Ausgangspunkt genannt. Mehrere Veranstalter signalisierten jedoch, dass sie sehr an der Frage interessiert wären, ob überhaupt theoretische Ansätze existie- ren, mit denen sich die Arbeitsaufenthalte begründen und darüber hinaus noch zielgerichteter ausbauen ließen. Diese Frage soll im Mittelpunkt des Kapitels 3 stehen. Die Analyse der Fachliteratur lässt vier Theorie-Bausteine erkennen, die als Fundament für die Begründung des personalentwicklerischen Nutzens von Wirtschaftsaufenthalten zu Rate gezogen werden können, sich im Setting eines Wirtschaftsaufenthalts wiederfinden und Empfehlungen für die Gestaltung parat halten: I. die Konzepte des Erfahrungslernens im Prozess der beruflichen Arbeit II. die Theorie des Modell-Lernens III. das Konzept des gegenseitigen Lernens durch Hospitationsbesuche sowie IV. klassische und aktuelle Erkenntnisse der Transferforschung. Übersicht 2 zeigt die vier „Bausteine“, ihre Spezifikationen und einige ihrer Ver- treter. Da sich die Konzepte in einigen Strukturmerkmalen überschneiden, ist ihre scharfe Abgrenzung hier lediglich graphischer Art. Die Theorie-Bausteine I und II, also das Erfahrungslernen im Prozess der Arbeit sowie das Modell-Lernen, stellen zunächst die Basiskomponenten für Wirtschaftsaufenthalte bereit. Sie zielen hauptsächlich auf Merkmale des indi- viduellen Lernprozesses des Teilnehmers. Baustein III, das Konzept der Hos- pitationsbesuche, betrachtet darüber hinaus zusätzlich die Lernchancen...

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