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Eigentum und Verfügungsbefugnisse am menschlichen Körper und seinen Teilen

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Dörte Busch

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsverhältnis von Angebot und Nachfrage menschlicher Gewebe und Organe sowie den sie begleitenden vielschichtigen Interessen der «Gewebespender». Behandelt werden sowohl die entnehmenden Institutionen, verarbeitenden Ärzte, Labore und Industriezweige als auch die zukünftigen Empfänger. Die einzelnen Schritte der Entnahme- und Verarbeitungskette werden rechtlich eingeordnet. So wird analysiert, inwiefern die Weiterverwendung ursprünglich zu Diagnose- oder Therapiezwecken entnommener Körpermaterialien der vorhergehenden Aufklärung und Einwilligung des Patienten bedarf. Es werden zudem Vorschläge zur Abänderung bestehender Aufklärungs- und Einwilligungsformulare unterbreitet.

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Kap. III – Substanzen, Gewebe und Zellen und ihre besonderen Anwendungsmöglichkeiten

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In diesem Kapitel werden zunächst die für die medizinische Forschung und In- dustrie interessanten Körpermaterialien mit den für sie typischen Einsatz- und Verwendungsmöglichkeiten aufgezeigt. Beginnend mit einer Bestandsaufnahme des rechtlichen Normengefüges soll dargestellt werden, inwiefern die Forschung an diesen Substanzen abschließend geregelt ist, welche Regelungslücken be- stehen und wie diese zu schließen sind. Die konkrete Nutzung der jeweiligen Körpersubstanzen wird daraufhin über- prüft, ob sie das Persönlichkeitsrecht der früheren Träger verletzt. Dies erfolgt durch eine umfassende Interessen- und Güterabwägung im Einzelfall. A. Blut und Blutprodukte Goethe sollte Recht behalten mit seinem Ausspruch durch Mephisto: „Blut ist ein ganz besonderer Saft“372. Der Werbeslogan des DRK: „Taschentücher gibt’s im Supermarkt, Blut nicht“ 373 repräsentiert sehr schön den Status und Stellenwert des Bluts in der Gesellschaft. Nämlich: Blut als besonders wertvoller Lebens- stoff, der nicht beliebig reproduzierbar, nicht im Handel erhältlich und schon gar nicht käuflich ist – dafür aber Leben retten kann. Blut zählt, als natürlicher Rohstoff betrachtet, zu den wertvollsten Flüssigkei- ten der Welt. Während ein Barrel Rohöl 1998 noch etwa 13 Dollar kostete, brach- te die gleiche Menge Vollblut im Rohzustand bereits etwa 20.000 Dollar.374 Der von Starr herangezogene Vergleich von Rohöl und Blut ist nicht nur äußerst in- teressant, sondern angesichts der Bedeutung beider Substanzen für die Mensch- heit durchaus berechtigt. Sowohl Rohöl als auch Blut lassen...

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