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Eigentum und Verfügungsbefugnisse am menschlichen Körper und seinen Teilen

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Dörte Busch

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsverhältnis von Angebot und Nachfrage menschlicher Gewebe und Organe sowie den sie begleitenden vielschichtigen Interessen der «Gewebespender». Behandelt werden sowohl die entnehmenden Institutionen, verarbeitenden Ärzte, Labore und Industriezweige als auch die zukünftigen Empfänger. Die einzelnen Schritte der Entnahme- und Verarbeitungskette werden rechtlich eingeordnet. So wird analysiert, inwiefern die Weiterverwendung ursprünglich zu Diagnose- oder Therapiezwecken entnommener Körpermaterialien der vorhergehenden Aufklärung und Einwilligung des Patienten bedarf. Es werden zudem Vorschläge zur Abänderung bestehender Aufklärungs- und Einwilligungsformulare unterbreitet.

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Kap. IV – Zusammenfassung

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Abschließend werden die Anforderungen an die Verwendung von Körpermate- rialien zu Drittzwecken (A.) und an die Weiterverwendung von Embryonen (B.) dargelegt. A. Verwendung von Körpermaterialien zu Drittzwecken Ausgehend von der Notwendigkeit der informierten Einwilligung des Betroffe- nen werden nachfolgend Vorschläge für Aufklärungs- und Einwilligungsformu- lare dargestellt. I. Fazit Die Weiterverwendung entnommenen Körpermaterialien zu anderen Zwecken als dem Entnahmezweck bedarf der Einwilligung des Betroffenen. 1. Notwendigkeit der informierten Einwilligung Während Blut, Knochenmark und menschliche Organe bereits seit längerer Zeit an Wertigkeit gewonnen haben – sowohl in der Bevölkerung als auch in Medizin und Wissenschaft – , wurde anderen vom Körper getrennten Substanzen und Materialien, wie der Plazenta und Nabelschnur bisher wenig Bedeutung beige- messen. Welcher Patient hätte je einen Gedanken an den Verbleib des ihm im Rahmen von Untersuchungen und Operationen entnommenen Blutes, Gewebes, Tumorgewebes und vor Organteilen verloren? Und doch ist es in der Vergan- genheit Gang und Gäbe gewesen, diese Materialien nicht zu verwerfen, sondern vielmehr für Forschungszwecke weiter zu verwenden, zumindestens aufzube- wahren um sie zu einem späteren Zeitpunkt für Forschung und Lehre nutzbar zu machen. Das Hinzukommen immer neuer Untersuchungstechniken und die Entwicklung der medizinischen Wissenschaft führten in jüngster Zeit dazu, dass 256 sich vermehrt Juristen als auch Mediziner der Frage stellen, ob es für diese Form der Weiterverwendung entnommener und in Kliniken oder Arztpraxen zurück- gelassener Körpersubstanzen nicht der Einwilligung des ehemaligen Substanz- trägers bedürfe.888 Wie...

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