Show Less

Druckkündigungen mit diskriminierendem Hintergrund

Series:

Elisa Maria Wolf

Verlangen Dritte unter Androhung von Nachteilen die Entlassung eines bestimmten Arbeitnehmers und kommt der Arbeitgeber dieser Forderung nach, liegt die typische Situation einer Druckkündigung vor. Ist das Abberufungsverlangen objektiv nicht gerechtfertigt, spricht man von einer echten Druckkündigung. Diese umstrittene Kündigungsform hat seit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) neue Brisanz erfahren. Das Augenmerk dieser Arbeit liegt auf Druckkündigungen, die einen diskriminierenden Hintergrund aufweisen. Die Autorin beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, ob bzw. unter welchen Voraussetzungen Druckkündigungen, die auf einem diskriminierenden Entlassungsverlangen beruhen, wirksam sind. Dabei stellt sie die bisherigen Druckkündigungsgrundsätze des Bundesarbeitsgerichts auf den Prüfstand und beleuchtet das Zusammenspiel von nationalem Kündigungsrecht und europäischen Antidiskriminierungsvorgaben.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

H. Mögliche Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung der Entstehung diskriminierenden Entlassungsdrucks

Extract

Um Diskriminierungen im Beruf entgegenzuwirken, ist es von Vorteil, deren Eintritt bereits im Voraus durch präventive Maßnahmen zu vermeiden, als auf eine nachträgliche Kompensation zu verweisen.1373 Wie bereits in Kapitel G dargelegt, kann der betreffende Beschäftigte einen Unterlassungsanspruch im einstweiligen Rechtsschutzverfahren gegen den Druckausübenden geltend ma- chen, wenn dieser seine Entlassung aus diskriminierenden Motiven fordert.1374 Darüber hinaus wäre es jedoch von Vorteil, wenn Schutzmöglichkeiten bestün- den, die zeitlich vorher greifen und damit schon die Entstehung des diskriminie- renden Entlassungsdrucks verhindern könnten. Der effektivste Weg wäre sicher- lich, objektiv ungerechtfertigtem und damit zwangsläufig auch AGG-widrigem Druck seine bisherige Anerkennung als Kündigungsgrund zu versagen.1375 Bleibt es jedoch weiterhin bei der höchstrichterlichen Rechtsprechung, ist es primär an dem Arbeitgeber, Vorkehrungen zur Vermeidung eines Druckkündigungsszena- rios zu treffen.1376 Im Nachfolgenden wird daher untersucht, welche Präventiv- maßnahmen konkret ergriffen werden können, um Außenstehende von einem rechtswidrigen Eingriff in das Arbeitsverhältnis abzuhalten. Der Entstehung diskriminierenden Entlassungsdrucks kann grundlegend auf zwei Weisen präventiv entgegenwirkt werden. Zum einen kommen diskrimi- nierungsspezifische Vorkehrungen in Betracht. Darüber hinaus sind auch vor- beugende Maßnahmen denkbar, die sich allgemein auf die Bekämpfung von Konfliktsituationen und damit auf die Unterbindung von Drucksituationen kon- zentrieren. 1373 BT-Drs. 16/1780, S. 37. 1374 S. unter Kap. G. II. 1. b. 1375 So bereits ausführlich unter Kap. B. III. 2. b. sowie unter Kap. F. VI. 1376 Zu den Präventionsm...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.