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Testo e ritmi

Zum Rhythmus in der italienischen Sprache

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Elmar Schafroth and Maria Selig

Rhythmus, die Ordnung der Zeit durch Periodizität, ist eine anthropologische Konstante. Auch in Bezug auf das Sprachliche stellt sich daher die Frage, welche Formen Rhythmus in Sprache und Text annehmen kann und was seine Funktion ist. Die in diesem Band vereinten Beiträge untersuchen rhythmische Phänomene auf den verschiedensten Ebenen der sprachlichen Strukturbildung. Gefragt wird nach der Gegenüberstellung von silben- und akzentzählenden Sprachen, nach den Fortschritten, die neuere rhythmustypologische Theorien in diesem Bereich erbracht haben, nach der Persistenz silben- bzw. akzentrhythmischer Strukturen im Sprachkontakt und nach den Wechselwirkungen zwischen Prosodie und Syntax. Gegenstand der Untersuchung ist außerdem Rhythmus als Erkennungsmerkmal von Textsorten, die Übersetzbarkeit eurythmischer Textstrukturen und die Beziehung zwischen Sprachrhythmus und Musik. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die rhythmische Überformung der Linearität des Sprachlichen mit den körperlichen und kognitiven Grundbedingungen unserer Kommunikation und mit der spezifischen Semantiziät von Sprache und Text auf vielfältige Weise interagiert.

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Lorenzo Filipponio: Reflexionen über die Diachronie des galloitalienischen Rhythmus

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Reflexionen über die Diachronie des galloitalienischen Rhythmus Lorenzo Filipponio 1. Einleitung Dieser Aufsatz schlägt eine Beschreibung der Diachronie des Rhythmus der galloitalienischen Mundart von Bologna auf der Grundlage des Kontroll- und Kompensationsmodells vor (Vékás/Bertinetto 1991; Bertinetto/Bertini 2007- 8; 2008). Nach einer kurzen Vorstellung des Modells (Kap. 2) werden die Wortstrukturänderungen erläutert, die vom Latein (Kap. 3.1) über das Gallo- italienische (Kap. 3.2) bis zum Bolognesischen (Kap. 3.3) erkennbar sind. Während die phonetischen Entwicklungen des Bolognesischen eine deutliche Tendenz zur Kompensation zeigen, lässt der Vergleich zu einer anderen galloitalienischen Mundart (Kap. 3.4), der westlombardischen von Mailand, vermuten, dass es in diesem Sprachraum Varietäten gibt, die sich wieder in Richtung einer Kontrollsprache entwickelt haben.1 2. Von der Isochronie zum Kontroll- und Kompensationsmodell Die bekannte Dichotomie zwischen stress- (akzentzählenden) und syllable- timed (silbenzählenden) Sprachen, erstmals von Pike (1945) ausgehend von der akzentzählenden Struktur der englischen Sprache vorgeschlagen und dann von Abercrombie (1967) als Isochronie weiterentwickelt, hat eine lange Reihe von Forschungen ausgelöst, die sich auf der Suche nach einer phone- 1 Ich bedanke mich bei Pier Marco Bertinetto, Mareike Beumer, Volker Dellwo, Rachele Delucchi und Hanna Ruch, die einen Entwurf dieses Textes kommentiert haben. Vielen Dank auch an Michele Loporcaro und Stephan Schmid für zusätzliche Kommentare. Eventuelle Ungenauigkeiten sind aber nur mir zuzuschreiben. 62 Lorenzo Filipponio tisch solideren Basis für diese Annahme mit dem Begriff des ‚Sprachrhyth- mus‘ befasst haben. Die Versuche, die Intuition Pikes experimentell zu be-...

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