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Testo e ritmi

Zum Rhythmus in der italienischen Sprache

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Edited By Elmar Schafroth and Maria Selig

Rhythmus, die Ordnung der Zeit durch Periodizität, ist eine anthropologische Konstante. Auch in Bezug auf das Sprachliche stellt sich daher die Frage, welche Formen Rhythmus in Sprache und Text annehmen kann und was seine Funktion ist. Die in diesem Band vereinten Beiträge untersuchen rhythmische Phänomene auf den verschiedensten Ebenen der sprachlichen Strukturbildung. Gefragt wird nach der Gegenüberstellung von silben- und akzentzählenden Sprachen, nach den Fortschritten, die neuere rhythmustypologische Theorien in diesem Bereich erbracht haben, nach der Persistenz silben- bzw. akzentrhythmischer Strukturen im Sprachkontakt und nach den Wechselwirkungen zwischen Prosodie und Syntax. Gegenstand der Untersuchung ist außerdem Rhythmus als Erkennungsmerkmal von Textsorten, die Übersetzbarkeit eurythmischer Textstrukturen und die Beziehung zwischen Sprachrhythmus und Musik. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die rhythmische Überformung der Linearität des Sprachlichen mit den körperlichen und kognitiven Grundbedingungen unserer Kommunikation und mit der spezifischen Semantiziät von Sprache und Text auf vielfältige Weise interagiert.

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Christoph Gabriel, Elena Kireva: Intonation und Rhythmus im spanisch-italienischen Kontakt: Der Fall des Porteño-Spanischen

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Intonation und Rhythmus im spanisch-italienischen Kontakt: Der Fall des Porteño-Spanischen* Christoph Gabriel, Elena Kireva 1. Einleitung In Bezug auf grundlegende prosodische Eigenschaften sind sich das Spani- sche und das Italienische ähnlich: Beide Sprachen zeichnen sich durch ei- nen (begrenzt vorhersagbaren) Wortakzent aus, der im unmarkierten Fall die Pänultima lexikalischer Wörter trifft. Die betonten (oder: metrisch starken) Silben dienen jeweils als Ankerpunkte für die Intonationskontur (Grundfre- quenz, F0) und bestimmen damit maßgeblich die melodische Gestaltung ei- ner Äußerung. Unterschiede zwischen den beiden Sprachen bestehen in der Form und Distribution tonaler Grundelemente (Akzent- und Grenztöne) so- wie in der prosodischen Untergliederung größerer Einheiten. Auch im Hin- blick auf die klassische rhythmische Typologie, die zwischen silben- und ak- zentzählenden Sprachen unterscheidet, ähneln sich die beiden hier betrach- teten Sprachen, gehören sie doch beide der erstgenannten Gruppe an. Akus- tische Messungen haben jedoch ergeben, dass sich auch innerhalb der sil- benzählenden Sprachen graduelle Differenzen nachweisen lassen, so etwa in Bezug auf den vokalischen Gesamtanteil im Sprachsignal und in der Dauer- variabilität vokalischer und konsonantischer Intervalle. Hierbei weist das Italienische jeweils höhere Werte auf als das Spanische. Treten zwei Sprachen miteinander in Kontakt, z. B. aufgrund von migra- tionsbedingter Mehrsprachigkeit, was notwendigerweise mit gesteuertem * Als Basis für diese Studie dienen u.a. Daten aus dem DFG-geförderten Projekt H9 „Zur Intonation des Spanischen in Argentinien“ (SFB 538 ‚Mehrsprachigkeit‘, Universität Hamburg, Laufzeit 2008-2011, Leitung: Christoph Gabriel). Wir verdanken den Kollegen Norma Carricaburo,...

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