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Testo e ritmi

Zum Rhythmus in der italienischen Sprache

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Elmar Schafroth and Maria Selig

Rhythmus, die Ordnung der Zeit durch Periodizität, ist eine anthropologische Konstante. Auch in Bezug auf das Sprachliche stellt sich daher die Frage, welche Formen Rhythmus in Sprache und Text annehmen kann und was seine Funktion ist. Die in diesem Band vereinten Beiträge untersuchen rhythmische Phänomene auf den verschiedensten Ebenen der sprachlichen Strukturbildung. Gefragt wird nach der Gegenüberstellung von silben- und akzentzählenden Sprachen, nach den Fortschritten, die neuere rhythmustypologische Theorien in diesem Bereich erbracht haben, nach der Persistenz silben- bzw. akzentrhythmischer Strukturen im Sprachkontakt und nach den Wechselwirkungen zwischen Prosodie und Syntax. Gegenstand der Untersuchung ist außerdem Rhythmus als Erkennungsmerkmal von Textsorten, die Übersetzbarkeit eurythmischer Textstrukturen und die Beziehung zwischen Sprachrhythmus und Musik. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die rhythmische Überformung der Linearität des Sprachlichen mit den körperlichen und kognitiven Grundbedingungen unserer Kommunikation und mit der spezifischen Semantiziät von Sprache und Text auf vielfältige Weise interagiert.

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Ulrich Wandruszka: Die Poetizität der Prädetermination

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Die Poetizität der Prädetermination Ulrich Wandruszka Die im Folgenden angesprochene Thematik ist äußerst komplex, so dass wir uns in diesem Rahmen auf die wesentlichen und besonders interessanten Faktoren konzentrieren müssen. Ich schicke meinen Ausführungen eine pragmatisch-operationale Definition von „poetisch“ im Kontext von „poeti- sche Wortstellung“ voraus: eine poetische Wortstellung ist eine markierte Wortstellung, die vor allem oder ausschließlich in poetischen Texten und speziell in Gedichten, also in gebundener Sprache anzutreffen ist. Es soll darüber hinaus aber auch versucht werden, das Prädikat „poetisch“ in die- sem Zusammenhang mit bestimmten qualitativen Merkmalen zu verbinden. 1. Korpusdaten 1.1 Ältere Literatur In Dantes Divina Commedia (1307-1320) begegnet man, wie bekannt, auf Schritt und Tritt prädeterminierenden Strukturen, wie z.B. die Abfolge direk- tes Objekt-Verbum: (1) per null’altro rio lo ciel perdei oder sehr deutsch anmutende Klammerkonstruktionen wie: (2) Fur l’ossa mie per Ottavian sepolte oder die Folge indirektes Objekt-Verbum: (3) Ed io, che del color mi fui accorto oder OV und Adverb-Verbum: Ulrich Wandruszka 190 (4) E l’occhio riposato intorno mossi, dritto levato, e fiso riguardai dann auch Präpositionalattribut-Nomen: (5) ci ammirava d’anime turba tacita e devota Im Convivio (1303-1306) bestätigt sich die mögliche Annahme, von der wir anfangs ausgegangen sind, nämlich dass die Prädetermination nur ein cha- rakteristisches Merkmal der Poesie, d.h. der metrisch gebundenen, (gereim- ten) Rede sei, zunächst nicht. Im Prosatext, wie in den eingestreuten Gedich- ten des Werkes, ist die Prädetermination hochfrequent. In beiden Textteilen...

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