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SynchronEmotion

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Angelika Braun and Christa M. Heilmann

Filme stellen ein Gesamtkunstwerk aus kulturellen Situationen, Handlungen, Rollendarstellungen und Stimmen dar. Im synchronisierten Film schlüpfen neue Stimmen in die vorgeformte Kommunikationssituation des Originalfilms. Inwieweit Zielgruppen verschiedener Kulturen diesen Mismatch, diese fremden Stimmen im fremden Körper in kulturell differenten Situationen verstehen können, ist Thema dieser Studie. Anhand von akustischen Parametern, Merkmalen des Sprechens und Aspekten des Körperausdrucks untersuchten die Autorinnen einerseits, wie Basisemotionen in der Originalversion von «Ally McBeal», einer amerikanischen Anwalts-Fernsehserie, konfiguriert wurden und andererseits, inwieweit diese Darstellungen von amerikanischen, japanischen und deutschen Zuschauer/-innen verstanden werden konnten.

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1 Einleitung und Fragestellung

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Das Thema „Sprechen und Emotion“ ist auf den ersten Blick nicht besonders originell. Es dürfte im Gegenteil zu den am häufigsten untersuchten soziophone- tischen und sprechwissenschaftlichen Gegenstandsbereichen gehören, und so hätte das Verzeichnis zitierter Literatur mühelos auf den doppelten oder dreifa- chen Umfang gesteigert werden können, ohne dass selbst dann alle Aspekte auf- gearbeitet worden wären. Dennoch unternehmen wir den Versuch, der Behandlung dieses Themas ei- ne neue Facette hinzuzufügen. Im Fokus unserer Überlegungen stand zunächst nicht so sehr das Thema „Emotionen“, sondern er wurde vielmehr konstituiert durch Interkulturalität und Gender-Fragen vokaler und körpersprachlicher Kommunikation. Dabei boten Emotionen einen probaten Untersuchungsgegen- stand, gerade weil so zahlreiche Vorstudien existierten, und synchronisierte Filmszenen eröffneten die Möglichkeit, professionell erstellte Aufzeichnungen authentischer Sprache zu studieren. Die mit einem solchen Vorgehen einher ge- henden Nachteile (z.B., dass die Emotion Angst in der männlichen Serien-Figur nicht aufzufinden war), mussten wir in Kauf nehmen. Dennoch kann diese Stu- die vielleicht manche Fragen zur interkulturell unterschiedlichen vokalen und körpersprachlichen Enkodierung und Dekodierung von Emotionen beantworten und Neugierde auf weitere Forschung wecken. Weder das dieser Monographie zugrunde liegende Forschungsprojekt noch die Erstellung der Druckvorlage wären ohne die geduldige Unterstützung vieler Personen möglich gewesen. So geht unser Dank zunächst an das Hessische Mi- nisterium für Wissenschaft und Kunst, das das Projekt drei Jahre lang finanziert hat. Zwei Kollegen haben uns die Erhebungen im Ausland ermöglicht bzw. sie sogar in...

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