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SynchronEmotion

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Angelika Braun and Christa M. Heilmann

Filme stellen ein Gesamtkunstwerk aus kulturellen Situationen, Handlungen, Rollendarstellungen und Stimmen dar. Im synchronisierten Film schlüpfen neue Stimmen in die vorgeformte Kommunikationssituation des Originalfilms. Inwieweit Zielgruppen verschiedener Kulturen diesen Mismatch, diese fremden Stimmen im fremden Körper in kulturell differenten Situationen verstehen können, ist Thema dieser Studie. Anhand von akustischen Parametern, Merkmalen des Sprechens und Aspekten des Körperausdrucks untersuchten die Autorinnen einerseits, wie Basisemotionen in der Originalversion von «Ally McBeal», einer amerikanischen Anwalts-Fernsehserie, konfiguriert wurden und andererseits, inwieweit diese Darstellungen von amerikanischen, japanischen und deutschen Zuschauer/-innen verstanden werden konnten.

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3 Synchronisation

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Die Geschichte der Filmsynchronisation in Deutschland ist so alt wie die Ge- schichte des Tonfilms selbst. Waren bis zu dem Zeitpunkt seiner Entwicklung die Filme international verständlich, da möglicherweise im Kino eingesetzte „Erklärer“ dem fremden Film vor Ort muttersprachliche Dialoge beifügten, so schränkte der Tonfilm durch die Sprachprobleme der Rezipienten die uneinge- schränkte Verbreitung ein. Doppelbegabungen wie Greta Garbo, die ihren ersten Tonfilm „Anna Christie“ in deutscher und englischer Fassung einzuspielen ver- mochte, blieben die Ausnahme. Diese Situation kann als die „Geburtsstunde“ der Synchronisation betrachtet werden: Fremdsprachige Filme erhielten im je- weiligen Land eine muttersprachliche Bearbeitung (vgl. v.Laguna 2002). „Die Reaktion auf den Austausch der Originalstimme durch ein deutsches Ersatzor- gan reichte von kindlichem Erstaunen – ‚Es ist wie im Märchen, da ein Zauberer Schlafenden die Gehirne vertauscht’ – bis zum handfesten Ärger derjenigen, die sich unter ästhetischen Gesichtspunkten mit dieser Art von Filmübersetzung nicht abfin- den mochten“ (Bräutigam 2001, 10). Trotz unterschiedlichster Publikumsreaktionen, anfänglich erheblicher techni- scher Mängel und nach wie vor unscharfer Realitätsbezüge hat sich die Syn- chronisation in Deutschland beim Spielfilm gegen die Beschriftung mit Unterti- teln oder das „Voice-over-Verfahren“ durchgesetzt: „Vor der genaueren Definition des Begriffs ‚Synchronisation’ (engl. dubbing) sei darauf hingewiesen, daß darunter ganz allgemein verstanden wird, was laut Buchers Enzyklopädie des Films der durchschnittliche Kinogänger in ihr sieht, nämlich ‚ein Mittel zur Übertragung ausländischer Filme in die eigene Sprache’“ (Pisek 1994, 5). So selbstverständlich die Begriffsbestimmung auch klingt,...

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