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SynchronEmotion

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Angelika Braun and Christa M. Heilmann

Filme stellen ein Gesamtkunstwerk aus kulturellen Situationen, Handlungen, Rollendarstellungen und Stimmen dar. Im synchronisierten Film schlüpfen neue Stimmen in die vorgeformte Kommunikationssituation des Originalfilms. Inwieweit Zielgruppen verschiedener Kulturen diesen Mismatch, diese fremden Stimmen im fremden Körper in kulturell differenten Situationen verstehen können, ist Thema dieser Studie. Anhand von akustischen Parametern, Merkmalen des Sprechens und Aspekten des Körperausdrucks untersuchten die Autorinnen einerseits, wie Basisemotionen in der Originalversion von «Ally McBeal», einer amerikanischen Anwalts-Fernsehserie, konfiguriert wurden und andererseits, inwieweit diese Darstellungen von amerikanischen, japanischen und deutschen Zuschauer/-innen verstanden werden konnten.

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6 Materialbasis und Methode

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6.1 Materialbasis Die forschungsleitende Fragestellung, ob die synchronisierten Fassungen eines Originalfilms den jeweiligen vertrauten stimmlichen Mustern zum Ausdruck von Emotionen der Zielsprachen folgen und einen möglichen Mismatch mit zeitgleichen unvertrauten Körperausdrucksmustern in Kauf nehmen, oder ob die stimmlichen Emotionsmuster der Ausgangssprache folgen und somit para- und extraverbale Parameter im Situationskontext des Originalfilms verbleiben, ver- langt zu ihrer Klärung ein spezifisches methodisches Konzept. Zunächst galt es eine geeignete Materialbasis zu erstellen. Die Autorinnen formulierten zu diesem Zwecke folgenden Kriterienkatalog: 1. Die in Kapitel 4 vorgestellten Basisemotionen Freude, Angst, Trauer und Wut sollten in ausreichender Länge in ausgewählten Stimuli vorkommen, jeweils von einer Schauspielerin und einem Schauspieler dargestellt. Auf eine Einbeziehung der ebenfalls häufig zu den Basisemotionen gezählten Emotion Ekel wurde verzichtet, weil diese in vorangegangenen Untersu- chungen zu schlechte Erkennungsraten für eine sinnvolle Auswertung er- reichte (vgl. u.a. Pittam / Scherer (1993, 190).20 Hinsichtlich der Emotion Wut wurde der Hinweis von Scherer Banse / Scherer (1996, 616) aufge- griffen, nach dem es aufgrund der Unterschiede in der Externalisierung sinnvoll ist, zwischen kalter und heißer Wut zu differenzieren. – Zusätz- lich sollten emotional nicht markierte Szenen gesucht werden, die als neutrale Referenz dienen sollten. Pro Emotion wurden fünf Äußerungen pro Sprecher/-in angestrebt. 2. Jegliche Verbalisierung der zu analysierenden Emotionen durfte nicht vorkommen (z.B. ich habe Angst oder das macht mich ärgerlich), um die Probanden des geplanten Wahrnehmungsexperiments nicht über den Text zu lenken. 3. Zur Vermeidung einer Verfälschung...

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