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SynchronEmotion

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Angelika Braun and Christa M. Heilmann

Filme stellen ein Gesamtkunstwerk aus kulturellen Situationen, Handlungen, Rollendarstellungen und Stimmen dar. Im synchronisierten Film schlüpfen neue Stimmen in die vorgeformte Kommunikationssituation des Originalfilms. Inwieweit Zielgruppen verschiedener Kulturen diesen Mismatch, diese fremden Stimmen im fremden Körper in kulturell differenten Situationen verstehen können, ist Thema dieser Studie. Anhand von akustischen Parametern, Merkmalen des Sprechens und Aspekten des Körperausdrucks untersuchten die Autorinnen einerseits, wie Basisemotionen in der Originalversion von «Ally McBeal», einer amerikanischen Anwalts-Fernsehserie, konfiguriert wurden und andererseits, inwieweit diese Darstellungen von amerikanischen, japanischen und deutschen Zuschauer/-innen verstanden werden konnten.

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9 Diskussion und Ausblick

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9.1 Audiosignal 9.1.1 Enkodierung Das hier untersuchte Material unterscheidet sich von der Produktion emotional besetzter Sprache im Labor u.a. dadurch, dass die Emotionen teilweise nicht so deutlich ausgeprägt sind, wie wenn Schauspieler die Instruktion bekommen, starke Emotionen „in Reinform“ zu erzeugen. In die von uns untersuchte authentic speech fließen Anforderungen des Rollenprofils, aber offenbar auch – bei der Umsetzung in der Synchronfassung – die in der jeweiligen Kultur gülti- gen display rules ein. Angesichts dieser Tatsache ist es fast erstaunlich, in welch starkem Maße die hier untersuchten Produktionsdaten mit den in der Literatur berichteten Be- funden auf Basis von laboratory speech übereinstimmen. Dabei scheinen – viel- leicht mit Ausnahme von „heißer Wut“ – die „Ausschläge“ nach oben und unten allerdings geringer auszufallen. Dies wird besonders deutlich bei dem Vergleich mit Arbeiten, deren Ergebnisse bezüglich der Grundfrequenz ebenfalls in Halb- tönen ausgewiesen und daher mit den hier berichteten Zahlen direkt vergleichbar sind. So berichtet Paeschke (2003, 142; 161) deutlich höhere Abweichungen der Sprechstimmlage und der davon abgeleiteten Parameter von der Neutrallage. Schließlich ist zu bedenken, dass nicht alle Schauspieler die fraglichen Emotio- nen in derselben Intensität dargestellt haben mögen. Auch hieraus ergeben sich – im Sinne der Vorhersagen durch Scherer (1986, 158) – unter Umständen katego- rial unterschiedliche Produktionsdaten. Eine so nicht erwartete Beobachtung ergab sich aus dem Umstand, dass die F0-bezogenen Ergebnisse sowohl in Hz als auch in HT ausgedrückt wurden. Für unsere Daten blieben bei der Umrechnung in HT die...

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