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Was kann Kunst?

Der erweiterte Kunstbegriff im pädagogischen und soziokulturellen Kontext- Künstlerische Projekte mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen

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Ulrika Eller-Rüter, Friedemann Geisler and Michael Brater

Kunst gilt heute als verzichtbar, als Fremdkörper in einer durchökonomisierten Welt. Umso verwunderlicher, dass sich Diktaturen so sehr bemühen, Kunst und Künstler zu disziplinieren, sie «gleichzuschalten». Wovor haben sie Angst? Künstlerisch-praktische Projekte mit Schulkindern und Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten zeigen, was Kunst (auch) kann: die Verbindung zu den eigenen schöpferischen Kräften herstellen; Selbstbewusstsein stärken; Mut machen, das eigene Leben in die Hand zu nehmen, an sich zu glauben und sich mutig dem Unbekannten zu stellen. So trägt sie dazu bei, soziale Benachteiligung zu überwinden und sich und seine gesellschaftlichen Verhältnisse als gestaltbar zu begreifen. Dieses Buch berichtet von solchen Erfahrungen und versucht, sie zu verstehen. Es möchte professionelle Künstler und für Bildung Verantwortliche nachdrücklich auf die soziale Kraft der Kunst hinweisen und für diese werben.

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Einleitung

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Es gibt heute viele, auch namhafte Künstler aller Kunstgattungen und -richtungen, die Kunstwerke schaffen und einer Öffentlichkeit präsentieren, und die zugleich und immer wieder für kürzere oder längere Zeiten z. B. in Kriegs- oder Katastrophenge- biete gehen, um dort mit traumatisierten Kindern künstlerisch zu arbeiten.1 Oder in den Slums afrikanischer oder südamerikanischer Großstädte Kinder und Jugendli- che zusammenrufen, um mit ihnen Kunstprojekte durchzuführen.2 Oder mit Berliner Hauptschülern ein Ballett einüben.3 Oder Orchester aus jungen Musikern verfeinde- ter Volksgruppen bilden und mit ihnen auf Tournee gehen.4 Oder in Palästina Stra- ßenkinder dazu bringen, Bilder und Skulpturen zu schaffen … Diese Künstler verlassen also ihre Ateliers, Galerien, Bühnen und Konzertsäle, um mit ihrer Kunst junge Menschen aufzusuchen, die sonst wohl kaum jemals mit professionellen Künstlern in Berührung kämen und selbst keinerlei gezielte künst- lerische Bildung genießen würden. Aber dennoch sind sie in der Lage, ohne lange Schulung mit jenen Künstlern in künstlerische Prozesse einzusteigen. Die spontanen künstlerischen Möglichkeiten offenbaren oft auch künstlerische Begabungen und Talente, die die Kinder und Jugendlichen bis zu ihrer Begegnung mit den Künstlern gar nicht kannten. Denn tatsächlich haben sie sich, wie jedes Kind, ja immer schon vielfältig künstlerisch ausgedrückt – musikalisch, zeichnerisch, plastisch, tänzerisch usf.: Sich künstlerisch auszudrücken ist offenbar eine elementare Kraft, eine univer- selle Fähigkeit jedes Menschen – und zwar auch dann,...

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