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Was kann Kunst?

Der erweiterte Kunstbegriff im pädagogischen und soziokulturellen Kontext- Künstlerische Projekte mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen

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Ulrika Eller-Rüter, Friedemann Geisler and Michael Brater

Kunst gilt heute als verzichtbar, als Fremdkörper in einer durchökonomisierten Welt. Umso verwunderlicher, dass sich Diktaturen so sehr bemühen, Kunst und Künstler zu disziplinieren, sie «gleichzuschalten». Wovor haben sie Angst? Künstlerisch-praktische Projekte mit Schulkindern und Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten zeigen, was Kunst (auch) kann: die Verbindung zu den eigenen schöpferischen Kräften herstellen; Selbstbewusstsein stärken; Mut machen, das eigene Leben in die Hand zu nehmen, an sich zu glauben und sich mutig dem Unbekannten zu stellen. So trägt sie dazu bei, soziale Benachteiligung zu überwinden und sich und seine gesellschaftlichen Verhältnisse als gestaltbar zu begreifen. Dieses Buch berichtet von solchen Erfahrungen und versucht, sie zu verstehen. Es möchte professionelle Künstler und für Bildung Verantwortliche nachdrücklich auf die soziale Kraft der Kunst hinweisen und für diese werben.

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2. Kapitel: Was kann Kunst? – MusikalischePerspektiven (Friedemann Geisler)

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75 2. Kapitel: Was kann Kunst? – Musikalische Perspektiven (Friedemann Geisler) 2.1 Einleitung Musik stürmt heute, ähnlich wie die Bilderflut, ständig auf uns ein und umgibt uns täglich, überall und immer. Bei Bildern kann man die Augen schließen, die Ohren sind immer geöffnet, außer wenn man sie mechanisch schließt. Man kann seine Auf- merksamkeit auf die Geräuschkulisse richten oder nicht, trotzdem nehmen die Ohren alle Musiken111 und Geräusche auf. Ob ich einkaufe oder im Restaurant etwas esse, ob ich im Zug fahre oder durch die Stadt bummle, immer werde ich, ob ich es nun will oder nicht, mit Musiken und Geräuschen aller Art beschallt. Freiwillig hört man Musik zu Hause vom Tonträger oder im Konzert oder wenn man sie selber macht. Im Konzert als Konsument, als aktiver Zuhörer112 suggeriert mir die Musik Gefühle. Als Musikerin habe ich ein Interesse daran, den Zuhörern auf der emotiona- len Ebene die Musik nahe zu bringen. Dies unterstellt aber auch, dass Musik durch sich selbst Wirkungen hat. Dies unterstellt, dass die Wirkungen durch die Aktivität des Musikers hervor treten. In Filmen wird mir durch die Musik in entsprechenden Szenen das passende Gefühl hervorgerufen. Im Restaurant soll sie mich entspannen, in der Kneipe zum Trinken anregen, in der Zahnarztpraxis beruhigen. Im Kaufhaus wird die Einkauf- stimmung aufgehübscht, klar mit dem Ziel, das Konsumverhalten zu steigern113. Auch am Arbeitsplatz wird Musik eingesetzt. Allerdings zeigen neuere Studien114, dass eine Leistungssteigerung...

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